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Für eine Handvoll Dollar (1964)

Eine Kritik von Sam Ace Rothstein (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 04.01.2007, seitdem 405 Mal gelesen



Sergio Leone, Clint Eastwood, Ennio Morricone. Drei Personen, die heute weltweit berühmt sind, waren Anfang der 60er Jahre noch niemandem ein Begriff. „Für eine Handvoll Dollar“, eine von Leone umgeänderte Fassung des japanischen Samurai-Streifens „Yojimbo“ machte sie alle drei bekannt. Sergio Leone ist heute für Meisterwerke wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ bekannt. Der von Morricone geschriebene Soundtrack des Films ist jedermann ein Begriff. Und wer hat nicht schon von Clint Eastwood gehört, dem namenlosen Fremden des Westens, dem Dirty Harry? Dieser Film bedeutet in vieler Hinsicht einen Anfang.
Er belebte das Westerngenre neu, aber in anderer Form. Die sogenannten „Italo-Western“ wurden von Leone ins Leben gerufen. Clint Eastwood spielt einen ruchlosen, egoistischen Fremden, der neu in eine Stadt kommt, irgendwo in Mexiko. Die Stadt wird von zwei Clans regiert, die Baxters und die Rojos. Beide Banden bekämpfen sich permanent, der Friedhof der Stadt ist überfüllt. Der Fremde hat keinerlei Interesse daran, sich auf irgendeine Seite zu stellen. „Auf der einen Seite die Baxters, auf der anderen Seite die Rojos - und ich in der Mitte“. Im Verlauf des Filmes spielt er die Clans gegeneinander aus, verlässt anschließend die Hand - als ein reicherer Mann. Natürlich erst nach dem finalen Duell, dessen Verlauf heute legendär ist und exzellent in Szene gesetzt wurde.  Den Held, wie wir ihn heute kennen, hat Eastwood dort erstmals gespielt. Ein Macho. Immer eine Zigarette im Mund, ein schweigsamer Genosse, egoistisch und selbstgerecht. Was wir heute als cool und selbstverständlich betrachtet, wurde in diesem Film erst geboren. Die Story ist komplett aus „Yojimbo“ entnommen, ist nichts Besonderes. Clint Eastwood gibt sich cool, sehr cool - er ist der wohl  größte Reizpunkt des Filmes.Die Story allein würde den Film nicht tragen, es ist der coole, schweigsame Eastwood, der dem Film erst den Kultstatus verleiht, den er heute innehat. Er lässt  zahlreiche freche und sarkastische Sprüche ab, provoziert seine Gegenspieler geradezu.
Auch der Vorspann trägt zum tollen Flair bei. Obgleich man nur bemannte Pferde auf rotem Hintergrund galoppieren sieht, wirkt das ganze kunstvoll, auch der schönen Titelmelodie von Morricone sei Dank. Zahlreiche spannend inszenierte Feuergefechte waren für damals zuviel: Der Film musste geschnitten werden. Dank der Special Edition kommen wir heute jedoch wieder in den Genuss der ungeschnittenen Fassung. Auch das Bonusmaterial kann sich mehr als sehen lassen. Doch auch „Für eine Handvoll Dollar“ hat seine Macken: Trotz nur knapp hundert Minuten Spielzeit wirkt der Film in die Länge gezogen. Vielleicht ist  die etwas spärliche Handlung daran Schuld, schließlich ist die Story weder besonders ausgefeilt noch sehr originell. Und doch legte sie den Grundstein für das Genre der Italo-Western. Und genau deshalb gehört der Film in jede DVD-Sammlung. Die Geburtssstunde des Westerns, wie wir ihn heute kennen.


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