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Für eine Handvoll Dollar (1964)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 04.03.2002, seitdem 2101 Mal gelesen


Der Film, der Clint Eastwood zum Weltstar machte...

Story:
Ein Fremder (Clint Eastwood) reitet in ein fast verlassenes Wüstenkaff. Hier regieren zwei Banden. Während die einen Alkohol schmuggeln, verticken die anderen Waffen. Der Fremde glaubt hier das große Geld zu machen. Da er mit den Pistolen sehr gut umgehen kann, lässt er sich von beiden Seiten einkaufen. So beginnt er beide Banden gegeneinander auszuspielen. Es scheint, als wäre er der lachen de Dritte. Doch da macht ihm das Schicksal einen Strich durch die Rechnung...
Sergio Leones erster „Dollar“ glänzt durch Spannung und coole Helden. Viel erfährt man nicht über den Fremden, denn der Film geht schnell in die Vollen. Nach kurzer Situationserläuterung beginnt der Fremde sein Spiel, dass sich überraschend verändert. Sein Plan funktioniert dennoch. Die zynischen Sprüche und die Revolverduelle sind legendär. Schlicht und einfach: Grandios..

Musik:
Ennio Morricone liefert hier seine weltberühmte Musik ab. Niemand versteht es wie er Szenen spannend mit Musik zu würzen. Durch seine Musik bekommt der Film erst seinen letzten Schliff. Genial was hier in Bezug auf Spannung und Atmosphäre komponiert wurde. Diese Musik schrieb Filmgeschichte, denn der Klang ist wie Sahnetorte für den Magen... Lecker..

Atmosphäre:
Was Leone zelebriert hier geballte Spannung und Atmosphäre von Anfang bis Ende. Die Story um den Fremden wird geradlinig wiedergegeben, auf Substory wird verzichtet. Auf glorreiche Heldenfiguren wird verzichtet, denn hier hat jeder Dreck am Stecken. So identifiziert man sich zwangsläufig mit dem Fremden, der später mit seinem Gewissen kämpft...
Der Film legt wenig Wert auf pompöse Kostüme oder prunkvolle Westernstädte, alles geschieht in einem einfachen Kaff, in dem kaum noch Menschen leben. Alles ist recht einfach gehalten, so wird die Abgeschiedenheit und Primitivität des mexikanischen Orts verdeutlicht.
Mit zynischen Sprüchen über sein Pferd stellt der Fremde sich vor und schickt so gleich ein paar Bösewichte ins Jenseits. So wird der Fremde zur Sympathiefigur und lernt mit dem Saloonbesitzer seinen
ersten Verbündeten kennen. Hinzu kommen die Bösewichte, die man in so einem Western nun mal braucht. Auf der einen Seite brutale und schmutzige Mexikaner und auf der anderen Seite die eitlen Herrschaften, die auch nicht ganz sauber sind...
Mit Geschick und viel Hirn beginnt er nun die beiden Seiten gegeneinander auszuspielen. Als der Zuschauer ihn schon als kalkulierten Sieger sieht, macht ihm aber das Schicksal eine Strich durch die Rechnung. Aber was ein echter Held, der kann sich mit Mühe und Not auch aus dieser Situation befreien und nebenbei noch ein paar Mexikaner die Freiheit schenken. Ganz untypisch für einen Helden, wird er dabei aber arg gebeutelt.
So kehrt er nach einer Ruhepause in die Stadt zurück um mit der verbleibenden Bande aufzuräumen. Wer siegt, sollte klar sein.....
Leone beherrscht wie kein anderer das Italowesterngenre. Er versteht es perfekt alle „bösen Buben“ richtig ins Licht zu rücken und dem Zuschauer einen Helden vorzugaukeln. Ganz klare Glanzpunkte sind da die Inszenierungen der Revolverduelle. Nie wurden sie spannender und besser inszeniert.
Mit verkniffenen Augen und trockene Sprüche schwadronierend stehen die Gegner sich gegenüber, dabei zoomt Leone abwechselnd direkt auf die Augen und auf die Personenansicht oder lässt direkt durch die Augen der Pistoleros blicken. Dazu wird nervenzerfetzende Musik gemixt. Die Spannung wird in die Höhe getrieben, bis es zum Schuss kommt...
Leone braucht dabei gar nicht auf blutige Shoot outs setzen, die Mimik und Reaktionen der Schauspieler sprechen schon allein Bände.
Die Idee des Fremden, der wie rivalisierende Banden wurde nicht zum ersten Mal verfilmt, zuletzt mit Bruce Willis in „Last Man Standing“. Leone gelang hier die beste Version.

Schauspieler:
Clint Eastwood avancierte mit diesem Film zum Weltstar und durfte danach nicht nur in den weiteren „Dollar“ Filmen oder der „Dirty Harry“ den knallharten und wortkargen Helden spielen. Eastwood wurde mit Zigarillo, verkniffenen Augen und trocken, zynischen Sprüche zum Idealbild des coolen Westernhelden geworden. Niemand vor ihm und niemand nach ihm hat so eine ungeheure Ausstrahlung und sein Auftreten. Besser geht es nimmer....

Fazit:
Ein Western am dem einfach alle stimmt. Extrem spannend und atmosphärische Inszenierung, ein knorriger Held, trockene Sprüche, ein unvergesslicher Score und zusammen mit anderen Leone Filmen die besten Pistolenduelle der Filmgeschichte. Ein unvergesslicher Klassiker, dem man sich nicht oft genug ansehen kann.


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