Review

Peter Fonda und Dennis Hopper sind alte Freunde. Sie fahren mit ihren Motorrädern quer durch die USA um am Mardi Gras in New Orleans teilzunehmen. Auf dem Weg dorthin treffen sie die unterschiedlichsten Leute, wie zB einen Anhalter, der sie zu einer verrückten Theatergruppe führt. Doch je näher sie ihrem Ziel kommen, desto unfreundlicher werden die Menschen. So werden die beiden Freunde in einer Kleinenstadt wegen unerlaubten Teilnehmens an einer Parade verhaftet. In der Zelle lernen sie den Anwalt George kennen, der für ihre Freilassung sorgt. Als er von ihrem Plan erfährt, möchte er natürlich mitkommen. George erzählt den Beiden von einem Edelpuff, dass sie unbedingt besuchen müssen. So machen sich die Drei auf den Weg.

Easy Rider ist für die meisten bis heute noch ein Kultfilm. Es traf zumindest den Zeitgeist Ende der 60er als Hippie Kommunen und Marihuana noch üblich waren und die Weite der Straße freiheitsliebende Motorradfahrer und Freigeister aller Art anzog. Das alles mag zwar 1969 hip und aktuell gewesen sein, aber heutzutage doch eher ein Fall fürs Geschichtsbuch (oder ich wurde zu konfirmistisch erzogen, wer weiß).
Aus filmischer Sicht ist das Produkt allerdings alles andere als Kult. Das Budget lag bei nicht einmal 400.000 Dollar und das sieht man dem Film auch deutlich an. Sets und Kulissen gibt es keine, die schönen Landschaftsbilder wurden einfach so mitgenommen, wie es der Kameramann unterwegs auftraf und die oft seltsamen Szenenübergänge sollen vielleicht psychadelisch angehaucht sein, sehen aber für mich einfach nur uninspiriert aus.
Zudem ist die erste Hälfte offen gesagt einfach nur langweilig. Nachdem Steppenwolf ihren genialen Kultsong Born to be wild verbraten haben, passiert genau genommen wenig bis gar nichts. Der viel zu lange Aufenthalt in der schrägen Kommune fand ich ehrlich gesagt sogar stinklangweilig. Spaß kommt eigentlich erst auf, als die beiden im Knast den versoffenen Anwalt kennenlernen und fortan zu dritt in Richtung Mardi Gras schreddern.
Ab da wirds allerdings recht spaßig. Bis hier war eigentlich nur der kaum zu erkennende Langmähnen-Hopper für die humorige Note zuständig, aber der kiffende Nicholson und er zusammen sind ein echter Brüller. Das Ende stimmt allerdings wieder nachdenklich, denn nach Verlängerung siegt doch klar das Team Spießbürger, was irgendwie die bisherige Message von kiffen, Freiheit und Selbstbestimmung brutal zunieder macht.
Ich kann ja verstehen, das der Film auf jedem Biker Treff zum Pflichtprogramm gehört. Die Hauptdarsteller leisten tolle Arbeit, aber mein Ding ist er absolut nicht. Viel zu langatmig, redselig und ja auch sogar schwach produziert, da machen auch die tollen Passagen keinen Kultstreifen draus. Vielleicht steigern ja die hier propagierten Naturpharmaprodukte den Spaß, aber nüchtern betrachtet für mich nur Durchschnitt.
5/10


kurzer Nachtrag: Netterweise haben einige Reviewkollegen mich angemailt, das mein Eintrag doch Kontroversen im Forum ausgelöst hat. Ich möchte nur dazu sagen, ich bin kein professioneller Filmkritiker und mache sowas einfach nur zum Privatvergnügen. Negative Kritiken nehme ich aber sogar gerne entgegen, andere Meinungen sind willkommen, nobody´s perfect und lernen kann man immer etwas. Meine Mailadresse ist hinterlegt.
In diesem Sinne, nichts für ungut und und allen viele gute Filme in der Zukunft.

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