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Heat (1995)

Eine Kritik von Der Ewige Lawrence (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 23.05.2007, seitdem 651 Mal gelesen


Das ist er also, der einzige Film, in dem Al Pacino und Robert DeNiro gemeinsam vor der Kamera stehen. Der Pate zählt aus bekannten Gründen ja nicht.
Und hier sieht man von Anfang an, wieviel Zeit seit dem Paten vergangen ist: Waren beide Schauspieler damals am Anfang ihrer Karriere, so haben sie nunmehr ihren Zenit bereits seit geraumer Zeit überschritten und halten nur noch ihre Fressen in die Kamera. Heerscharen von Fans liegen ihnen dennoch nach wie vor zu Füßen.
Al Pacino ist seit geraumer Zeit als halbwüchsiger Möchtegerngroß vor der Kamera zu "bewundern", quasi so als ob er ein bißchen von Tony Montana nie ablegen konnte. Neben sich duldet er niemanden und überspielt jeden Gegner (will heißen Mitschauspieler) in Grund und Boden.
Und DeNiro scheint einfach nur müde und spielt seine Rolle routiniert herunter. In den wenigsten seiner letzten Filme entfacht er nochmal ein Feuerwerk an Schauspiel.
Dass beide dennoch nach wie vor besser sind als der Großteil des ganzen Rests spricht für die ehemals tatsächlich vorhandenen Qualitäten der beiden.
So richtig gigantisch ist das Aufeinandertreffen der beiden dann schließlich nicht und auch das ach so große Finale ist eher ein Hollywoodpathosfinale als ein überdurchschnittlich phänomenaler Film.

Nun zum Film selbst:
Er ist - wie mittlerweile hinlänglich bekannt - das Remake eines Fernsehfilms (ebenfalls von Michael Mann), welches in regelmäßigen Abständen auf Tele 5 gezeigt wird.
Das Original hat sehr viele Szenen schon so drin, nur wird alles in Heat "besser" und größer produziert, wie zum Beispiel die große Schießerei.
Da Heat auch ca. doppelt so lang ist, nimmt sich Michael Mann auch die Zeit alle Charaktere näher zu beleuchten.
Hier muß man eindeutig das Drehbuch hervorheben, das fast schon auf dem Niveau von Thief (mit James Caan, ebenfalls von Michael Mann) spielt.
Doch die allzu vielen sogenannten Parallelen der beiden Protagonisten sind irgendwann zu sehr forciert. Da war das Original um Längen besser. Auch das Finale ist im Original nicht so sehr auf Bombast ausgerichtet sondern auf Realitätsnähe und entspricht eher dem, was man von Michael Mann nicht nur erwarten könnte, sondern eigentlich muß.
Insofern ist dieses Remake-erlebnis ein gemischtes Erlebnis:
Zum einen größer, besser, teurer, bessere Schauspieler und höhere Production-Values.
Auf der anderen Seite jedoch eben das: Zu Groß angelegt, zu sehr auf Hollywood getrimmt, zu sehr auf die Parallelen bedacht, ein ungleich schlechteres Finale.

Was bleibt noch positiv haften?
So schwer es fällt, das zu glauben: Die restlichen schauspielerischen Leistungen! Val Kilmer, Ashley Judd, Natalie Portmann, sie alle können mühelos mit ihren übermächtigen Protagonisten mithalten. Besonders hoch ist hierbei Natalie Portmanns Performance zu bewerten, da sie gegen den Schauspielberserker Al Pacino bestehen kann.
Val Kilmer und Ashley Judd haben es da ungleich einfacher, da DeNiro wie gesagt, einfach nur sein Routineprogramm runter kurbelt.

Die Story?
Okay, hier wird schon im Original das Maximum rausgeholt und hier werden noch einige Nuancen mehr herausgekitzelt, kann man nicht großartig meckern.

Letztlich Michael Mann:
Hiermit verabschiedet sich Michael Mann endgültig davon, ein innovativer Erwachsenenregisseur zu sein. Viel zu sehr opfert er sich und seine Geschichte der Konfrontation der beiden Schauspieltitanen, dem kommerziellen Erfolg und seinen technischen Spielereien. Letzteres wird er in Miami Vice perfektionieren, völlig auf Kosten einer erzählerischen Klasse.

Auf ihrem Zenit die beiden erleben zu dürfen, das wäre was gewesen. Doch hier hast du nur eine coole Sau (DeNiro) gegen einen fanatischen Ermittler (Pacino), wobei das Ende allein schon wegen seinem Mainstreamansatz klar ist.

Sehr gut allemal, aber weit entfernt von der absoluten Spitze.

8 Punkte


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