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Battlefield Earth - Kampf um die Erde (2000)

Eine Kritik von niklas90 (Bewertung des Films: 2/10)
eingetragen am 06.04.2009, seitdem 175 Mal gelesen


Schon seit einem Jahrtausend herrscht eine Alienrasse auf der Erde, die den Planenten nach wie vor ausbeutet, während die wenigen überlebenden Menschen fern ab der Zivilisation in diversen Gebirgen leben. Einer der Außerirdischen, gespielt von John Travolta, will sich einige Tonnen Gold unter den Nagel reißen, die ein paar Menschen für ihn schürfen sollen. Dafür schließt er einen Menschen, gespielt von Barry Pepper an eine Lernmaschine an, damit er die Grundprinzipien der Goldgewinnung versteht, schafft sich damit jedoch einen Gegner, der nun versucht, die Erde wieder unter die Kontrolle der Menschheit zu bringen.

Was kann man alles aus 73 Millionen Dollar machen? Spenden, sparen, oder eben investieren. Aber selbst in Lehman-Brothers-Aktien oder einem Meistertipp auf Energie Cottbus wäre die Summe besser investiert gewesen, als in "Battlefield Earth", der durchweg miserable Kritiken erhielt, gerade einmal 21 Millionen Dollar einspielte und darüber hinaus 8 Goldene Himbeeren gewann, darunter "schlechtestes Drama der letzten 25 Jahre" und bis heute einer der Inbegriffe eines wirklich schlechten Films ist.

Bereits bei der haarsträubenden Story offenbart sich die Stupidität der Macher. Die Charaktere bleiben unglaublich blass und der Endzeit-Konflikt ist dermaßen unglaubwürdig konstruiert, dass man meinen könnte, das Skript stamme von einem Kindergartenkind. Die Handlung krankt einmal daran, dass sie vollkommen vorhersehbar ist, zum anderen daran, dass dutzende Logikfehler gemacht werden und das letzte Stückchen Glaubwürdigkeit des Films fällt, spätestens in dem Moment, in dem die Menschen, die anfangs im Prinzip nur mit Knüppeln und Steinen gegen eine Übermacht hochtechnologisierter Aliens kämpfen, urplötzlich die Chance haben, den Krieg zu gewinnen. Dazu kommt noch der übliche, in diesem Fall besonders lächerliche Patriotismus und Heroismus, sowie die stupiden Dialoge.

Inszenatorisch ist der Schundfilm jedoch kaum besser. Roger Christian, der mit "The Final Cut" eigentlich einen soliden Film abgeliefert hatte, macht handwerkliche Fehler, wie man sie bei keinem anderen Film dieser Größenordnung zu sehen bekommt. Die Farben wirken merkwürdig unpassend und steril, teilweise sind die Aufnahmen schief oder verwackelt, der Schnitt und die Szenenübergänge wirken vollkommen dilettantisch und einer PowerPoint-Präsentation entlaufen. Die Effekte sind absolut billig, lassen das hohe Budget, das der Film hatte nicht einmal erahnen und scheinen einem Computerspiel entlaufen. Die Action-Szenen sind ohne jede Spannung inszeniert, aber immer noch das Beste an diesem hundsmiserablen Film, der das Prädikat "Einfach Scheiße!" mitten auf dem Kinoplakat verdient gehabt hätte. Die Maske ist vollkommen lachhaft, so wirken die Aliens wie Reggaefans im Rauschzustand, die Kostüme sind albern, die Kulissen wirken ebenfalls billig und die Landschaftsaufnahmen sind ohne jedes Gespür für gute Fotografie absolut überflüssig und fehl am Platz. Erzählerisch ist das ganze natürlich auch vollkommen desolat, womit der Film über weite Strecken langweilt. Einzig und allein der ordentliche Score wäre dem Film noch als verschwindend kleines Plus anzurechnen.

Wie unglaublich miserabel die Inszenierung von Christian wirklich ist, zeigt sich auch darin, wie schlecht sich die drei erfahrenen Hauptdarsteller hier schlagen. John Travolta, der in "Pulp Fiction" und "Face off" gezeigt hatte, dass er eigentlich schauspielern kann, wirkt mit seiner Maske und seinem hölzernen Spiel nicht sonderlich furchteinflössend in der Rolle des Arschloch-Aliens und macht sich mit seinen unglaubwürdigen und vollkommen deplatzierten Lachkrämpfen im Minutentakt selbst lächerlich, wofür er sich seine Goldene Himbeere redlich verdient hat. Welcher Teufel ihn geritten hat, die Produktion dieses Schunds zu übernehmen und dann auch noch eine Hauptrolle zu spielen, ist vollkommen unverständlich. Barry Pepper, der in "Der Soldat James Ryan" und "The Green Mile" noch gelungene Leistungen zeigt ist als Hauptdarsteller leider nicht sonderlich überzeugend und stolpert überaus hölzern durch diesen Film, auch wenn er immer noch besser als Travolta besetzt ist. Forest Whitaker, der mit seiner Maske mit Abstand am dämlichsten aussieht, spielt halbwegs solide, steckt aber in einer dermaßen schwach konstruierten Figur, dass auch er sich komplett lächerlich macht.

Der Film ist, mit aller nötigen Prägnanz auf den Punkt gebracht, einfach nur scheiße und lässt kein Fettnäpfchen aus, in das man bei der Produktion eines Films so treten kann. Doch gerade diese unglaublich Fülle an Dilettantenfehlern, ist die einzige wahre Stärke des Films, denn mit dem ungewollten Trash-Humor, der des Öfteren aufkommt, unterhält er dann doch phasenweise. Auch wenn sich der Film selbst unglaublich ernst nimmt, ist er Trash vom Feinsten und für Genre-Fans sicherlich ein Hochgenuss und darüber hinaus das ultimative Beispiel dafür, wie man einen Film auf gar keinen Fall machen sollte.

Fazit:
Die Darsteller sind schlecht, die Masken, Kulissen und Effekte albern, die Inszenierung miserabel, die Story unglaublich stupide. Damit ist "Battlefield Earth" definitiv so schlecht, wie der Ruf, der ihm vorauseilt und allerhöchstens noch als Trash geeignet (objektiv bewertet hat der Film 1/10 natürlich redlich verdient), denn ungewollt amüsant ist er temporär definitiv. Die Tatsache, dass er an den Kinokassen flopte, wie kaum ein anderer Film, spricht für die Kinozuschauer dieser Welt, die einen weiten Bogen um den Film machten, der nicht umsonst zu den schlechtesten Filmen aller Zeiten gezählt wird.

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