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Battlefield Earth - Kampf um die Erde (2000)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 1/10)
eingetragen am 27.09.2003, seitdem 714 Mal gelesen


„Battlefield Earth“ basiert zwar auf einem der Romane von Scientology-Gründer Ron Hubbard, hat aber nicht wirklich etwas mit der Sekte zu tun. Aber das ist noch das Beste, was man über den Film sagen kann.
Nachdem die Psychlos, eine Art Rastafari unter den bösen Aliens, die Erde überfallen und die Zivilisation vernichtet haben, leben die Menschen als Wilde. Einem von ihnen, dem jungen, heroischen Jonnie Goodboy Tyler (Barry Pepper) stinkt das aber und er hat in die weite Welt hinaus. Nach dem Cocktail aus zig Versatzstücken des Endzeit- und Science-Fiction-Films fallen vor allem die erstaunlich sauberen und halbwegs gut frisierten Wilden auf, was schon für sich spricht.
In den Ruinen trifft unser Goodboy (murharhar, was ein beknackter Name) erst mal zwei weitere Wilde, doch ruckzuck latschen auch schon die Psychlos heran und sacken das Dreiergespann als brauchbare Arbeitssklaven ein. Chef-Macker in ihrem Lager ist Terl (John Travolta), der zur Erde strafversetzt wurde, weil er die falsche Frau gepimpert hat. Tja, so was kommt sogar unter Aliens vor, die auch gut in einen Trashfilm gepasst hätten.

Doch Terl hat ganz eigene Pläne, wobei er das Potential und die Führungsqualitäten von Jonnie nutzen will. Mit einer Horde anderer gut frisierter Arbeitssklaven soll er massiv Gold abbauen und wird erst mal unter eine Trockenhaube gestopft, die ihn zwar nicht besser frisiert, aber intelligenter macht. Mit der neuen Intelligenz beschließt er aber, lieber gegen die Rasta-Aliens vorzugehen...
Mit einem wohl niemals korrektur-gelesenen Script zieht „Battlefield Earth“ in die Schlacht, die weder spannend noch interessant ist, sondern einfach nur einschläfernd. Zudem wurde das Buch sichtlich zusammengestrichen, denn zahlreiche Zeitsprünge sorgen für Verwirrung. Mit der Logik hapert es dann auch noch gewaltig: Der widerspenstige Wilde darf zig Fluchtversuche unternehmen und wenn man mal ganz gut drauf ist, darf er auch noch eine Waffe kriegen. Erschießt er dann einen Aufseher, jubelt Terl nur „Hach wie putzig“ statt ihn einfach auszuknipsen. Natürlich wird dann besagter Querkopf noch in den Intelligenttoaster gesteckt. Weitere Beispiele gefällig? Lest Moonshades Review.
Doch neben der inhaltlichen Beklopptheit und Langeweile darf natürlich auch die optische Fehlleistung der Regie und Kamera nicht fehlen: Fast alle Einstellungen sind mit der Kamera in Schräglage gefilmt worden und obendrein hat man bei 80% der Szenen einen Farbfilter reingeklatscht, so dass der Film abwechselnd in allen Regenbogenfarben schillert. Vielleicht eine künstlerische Ambition der Macher, doch im Endeffekt nur nervend und optisch anstrengend.

Wer jetzt erwartet, dass um die Erde gekämpft wird, bis die Schwarte kracht, der hat sich geschnitten. Trotz der überlangen Laufzeit werden fast nur Dialoge aus Mottenkiste des Sci-Fi-Films dahergelabert, ehe es zum miesen Showdown kommt: Nichts als lachhafte Heldentode, Logikfehler in der Größe eines schwarzen Lochs (mit einer einzigen Atombombe von der Größe eines Koffers wird ein gesamter Planet in die Luft gejagt) und Unmengen an Szenen, die 1 zu 1 aus anderen Sci-Fi-Filmen geklaut worden waren (z.B. als Barry Pepper beschossen wird, davonrennt und Trümmer auf die Kamera zufliegen => Säulenszene in „Matrix“). Die Effekte und die Action sind auch noch Bodensatz, so dass der Film noch nicht mal hier interessanter wird.
Egomane Travolta darf trotz seiner Bösewichtrolle viel öfter als der farblose Hauptdarsteller Barry Pepper zu sehen sein und klasse Nebendarsteller wie Forest Whitaker oder Kim Coates werden verschwendet. So gehört auch die letzte Einstellung des Films demjenigen, der uns dieses Machwerk gebracht hat: Travolta, umgeben von CGI-animierten Gold (autsch).

Kurzes Fazit: Der Film hat jede seiner Himbeeren wohl verdient, eines der schlechtesten Werke aller Zeiten.


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