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Megalodon (2004)
Eine Kritik von Schlombie (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 07.08.2008, seitdem 371 Mal gelesen
Hinhalten auf die richtige Art...
Der DVD-Markt schmeißt den Filmfreund zu mit billigen Horrorfilmen, in denen schlecht computeranimierte Tiere den Part des Bösewichts zugeschrieben bekommen. Auch „Megalodon“ kann sich von solchen Produktionsbedingungen und der verwendeten Billiganimation nicht lossprechen, letzteres ganz im Gegenteil. Ebenso wie in einigen anderen Werken dieser Art, reichte es den Machern nicht den Zuschauer lediglich mit einem optisch lahmen Tier zu foltern, vieles andere wurde aus Kostengründen gleich mitanimiert. So befinden wir uns in diesem Killerhai-Streifen inmitten eines schlichten Computerspieles, durch das ab und an ein paar echte Menschen stiefeln. Das ist natürlich nicht prickelnd.
Aber ich predige oft, dass eine nette Umsetzung durchaus gegen optische Defizite ankämpfen kann, und das ist in „Megalodon“ bedingt der Fall. Konkurrenzprodukte, meist von den Firmen „Ufo“ und „Nu Image“, wollen im Prinzip nichts erzählen, halten einen ewig hin und präsentieren prollige Durchschnittscharaktere. Durchschnittscharaktere gibt es auch hier, aber sie sind zumindest nicht prollig, und wenn sind sie es, weil wer prollig sein soll (wobei es den Oberproll hier wirklich nicht gibt). Die Geschichte selber greift zwar auch erst sehr spät auf sein Hai-Light zurück, weiß bis der Urzeitkiller auftaucht aber immerhin nett zu unterhalten.
Und da sprechen wir jetzt nicht von großartigen Dialogen, wie ich sie sonst so gerne hervorhebe, nein, in diesem kleinen Streifen ist das Szenario selbst recht interessant. Ökoreporter kommen auf eine Ölbohrinsel eines Mannes, der in Vergleichsfilmen gleich der reine Bösewicht gewesen wäre, hier aber ein menschliches, denkendes Wesen ist, mit nachvollziehbaren Beweggründen. Zwei unterschiedliche Parteien hocken nun also aufeinander, die Reporter lassen sich als Pate des Zuschauers alles zeigen, und dann kommt es zu einem unerwarteten Zwischenfall. Und dies ist nun nicht direkt der böse Urzeithai, Vorfahre des bekannten weißen Hais, nein, leicht märchenhaft eröffnet sich den Protagonisten im Ozean ein bisher eingeschlossener zusätzlicher Ozean, in dem Tiere hausen, die längst als ausgestorben galten. Wie sie dort eingeschlossen bisher an Sauerstoff kamen, bleibt zwar unklar, ist aufgrund der extremen B-Film-Herkunft aber verziehen und kann vielleicht in einer Fortsetzung erörtert werden. Auf jeden Fall entdecken die Leute nun diesen Ozean, dessen Lebewesen uns dort freilich auch wieder nur mit billiger Computeranimation präsentiert werden. Aber die Tiere des Films sind ohnehin etwas besser am Rechner umgesetzt als die Fahrzeuge und Räumlichkeiten, bleiben allerdings dennoch enttäuschend. Zumindest weiß die Geschichte zu gefallen und die bietet nun bei kurzer Laufzeit erst ca. 20 Minuten vor Schluß das, was mancher Filmfreund sicher gerne früher gesehen hätte: den großen Hai. Man sollte „Megalodon“ dabei allerdings etwas in Schutz nehmen, immerhin wird bereits auf dem deutschen Covertext nicht in die Irre geleitet. Klar, der Megalodon ist das Schlagwort im Titel, in der Inhaltsangabe wird allerdings seine beinahe Nebensächlichkeit verdeutlicht.
In den besagten letzten 20 Minuten dreht sich auch tatsächlich alles nur um ihn. Er ist filmböse, greift zwar nie aus unverständlichen Gründen an, weiß dafür aber übertriebenste Wege zu finden, es der bösen Menschheit heimzuzahlen. Da bricht das Vieh durchs ewige Eis, reißt fast die ganze Station auseinander, fleißig, fleißig für ein ausgestorben geglaubtes Vieh. *g Wie das Biest nun vernichtet wird, ist ziemlich egal, wird auch relativ unspektakulär erzählt. Aber der sehr schnelle Schluß des Ungetüms wundert doch etwas. Gerade eben ist man noch am rätseln ob der Megalodon auch wirklich tot ist, da schwimmt einem auch schon in einem halben Stück vor die Kamera.
Für ein olles Billigfilmchen, das manche Logik mit den Füßen tritt, gibt es einige erstaunliche Momente, in denen man überrascht ist, an was im Drehbuch gedacht wurde. So werden zunächst andere, unangenehme Fische entdeckt, die sich ebenfalls durchzubeißen wissen. Aus einem werden mehr als vermutet, und sie schwimmen in die weiten des Ozeans hinweg. Eine ausgestorben geglaubte und sehr gefährliche Rasse dürfte sicherlich das ökologische Gleichgewicht aus den Fugen zerren. Erst denkt man, diese Tatsache wird B-Film-typisch ignoriert, und prompt wird gegen Ende darauf eingegangen, wenn auch nur im Dialog und recht blauäugig. Aber mal im ernst: In amerikanischen Schnellschussfilmen ist man ja nun wirklich von allem überrascht, was nicht zum Standart gehört.
Schlussendlich ist „Megalodon“ ein recht interessanter Film geworden, der einem eine derart miese Computeranimation dauerhaft vor die Augen wirft, dass es schwer fällt diese gütigst zu ignorieren. Schafft man es mal, wird man mit einem in der Routine positiven Filmchen belohnt, das wirklich besser ist, als der Standart auf diesem Produktionsniveau.
Fazit: Wenig Hai, viel Kurzweile!
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