Drei Jahre zuvor bescherte "Police Story" Hauptdarsteller Jackie Chan horente Erfolge. Er gilt bis heute als Einer von Jackies besten und auch bekanntesten Filmen. Ich selbst, kein Fan des Hongkongkino, ging trotzdem mit erhöhten Erwartungen an diesen Actionfilm heran und war danach etwas enttäuscht. Im Sequel darf Jackie ein wesentlich höheres Budget verpulvern, bringt allgemein betrachtet auch nicht viel mehr zustande als drei Jahre vorher. Die Produzenten Raymond Chow und Leonard Ho unterstützten Jackie abermals bei seiner Arbeit. Hier ist er als Regisseur, Hauptdarsteller und Drehbuchautor unterwegs, Stuntman habe ich ganz vergessen. Schon mit dem Erstling klingelten die Kassen, doch "Police Story 2" schlug diesen Rekord. Die meisten Fans des Hongkongkinos empfinden das Sequel als schwächer, doch bei mir ist es gleich auf mit dem Original. Vier Jahre später folgte ein dritter Teil.
Kevin Chan (Jackie Chan) kündigt nach einem Gewaltausbruch den Dienst bei der Polizei. Mit seiner Freundin May (Maggie Cheung) will er nun Urlaub auf Bali machen, doch er kommt nicht mal bis ins Flugzeug. Unbekannte Bombenleger terrorisieren eine Kaufhauskette mit Bombendrohungen. Sie fordern 20 Millionen als Lösegeld, die Polizei hat keinerlei Anhaltspunkte. Für diesen Job ist nur Kevin qualifiziert. Er nimmt den Dienst wieder auf und bringt nicht nur sich dadurch in Teufels Küche. May wird kurzerhand entführt und Kevin dazu gezwungen den Terroristen zu helfen.
Erneut verfasste Jackie Chan das Drehbuch mit Edward Tang. Sonderlich viel Neues ist den Beiden nicht eingefallen. Wieder hat Kevin mit Beziehungsproblemen zu kämpfen, welche das Geschehen sichtlich ausbremsen. Genau das Selbe gilt für die Reibereien mit seinem Vorgesetzten. Auch sind diese Punkte die Basis für den nervigen Hongkongklamauk. Jackie hält es hier in Grenzen, nicht mehr ganz so ausufernd wie im Original, trotzdem für Nichtfans ärgerlich. Immerhin hat Jackie Chan diesmal eine bessere deutsche Synchro verpasst bekommen, obwohl ihm wieder massig sämliche Phrasen in den Mund gelegt wurden. Die Schauspielerei fiel ihm auch hier noch sichtlich schwer. Außer dümmlichen Grimassen und einem ernsten Gesicht hat Jackie nichts zu bieten. Sympathie kann man ihm trotzdem nicht absprechen. Maggie Cheung verkörpert abermals Kevins Love Interest May und auch sonst sind einige bekannte Gesichter aus dem Original wieder zugegen.
Actiontechnisch gibt es hier mehr zu bestaunen. Es wird zwar quasi nur gekloppt und zwischendurch darf mal etwas pompös in die Luft fliegen, doch Jackie hat die Sequenzen recht gut im Film verteilt. Durststrecken lassen sich nur in der ersten halben Stunde finden. Abermals stimmig sind die Choreographien, welche mit dem Hongkong Film Award ausgezeichnet wurden. Jackie scheut hier keine Mühen und Verletzungen. Jeden Stunt führte er selbst aus, auch wenn er mit üblen Blessuren endete. Herausgekommen sind spektakuläre Fights, in denen massig Gegenstände zweckentfremdet werden. Auch zu Bruch darf wieder Einiges gehen. Zusätzlich spektakulär sind die großen Explosionen ausgefallen, wovon Letztere bildschirmfüllend ist. Auf jeden Fall gibt es ordentlich auf die Moppe. Jackie muss eine Menge einstecken, wird von den Terroristen sogar zu lebenden Bombe umfunktioniert. Das Finale ist wie im Vorgänger abermals der Höhepunkt und bietet fantastische Stunts.
Für mich immer noch zu klamaukig. Die Action hingegen kann sich sehen lassen, doch es könnte mehr davon geben. Darstellermäßig gerade mal durchschnittlich, storytechnisch nicht einmal das. Unterhält trotzdem ganz gut.