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Ball & Chain - Zwei Nieten und sechs Richtige (2002)

Eine Kritik von Arminowitsch (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 23.09.2003, seitdem 830 Mal gelesen


Boah, das nenne ich mal Popcorn-Kino!

Obwohl der hiesige Filmtitel irgendwie blöd ist, entpuppt sich der als französischer Kassenknüller angepriesene Film als wirklich sehenswertes, aufwendiges Gute-Laune-Kino. Es geht um den stoischen Gefangenen Moltes, einen seiner Wärter - den tollpatschigen Verlierer Reggio, und Moltes Lottoschein, den Reggio für ihn abgeben soll. Es stellt sich heraus, dass der Schein 6 Richtige beinhaltet. Doch damit fangen die Probleme an: Reggios Frau, die den Schein haben soll, verlässt ihn und fährt als Krankenschwester zur Paris-Dakar-Wüstenrallye, woraufhin Reggio einen Selbstmordversuch startet und im Krankenhaus landet. Sofort bricht Moltes aus, packt sich Reggio, und beide fahren zur Rallye, gefolgt von einem Superbullen (dessen Geheimnis am Schluss gelüftet wird...), dem "Türken" (der auch ausbrach und noch eine Rechnung mit Moltes offen hat), ein paar schwarzen Kiffern und anderen.

Ohne lange zu zögern, beginnt die lustige Hetzjagd und wartet mit einigen unerwartet bombigen Einlagen auf, wie z. B. die Verfolgungsjagd durch Paris mit einem losgelösten, rollenden Riesenrad. Ständig ist also was los, und wenn es nur Reggios Herumtölpeln ist, das im Vergleich zu anderen Buddymovies erträglich, ja oft auch recht witzig sein kann. Die dabei vielleicht zu heftig stilisierte Gewalt wird durch den teils absurden Humor so weit abgeschwächt, dass dieser Aspekt auch nicht sonderlich negativ ins Gewicht fällt. Die Situationskomik und einige Running-Gags sitzen nämlich perfekt, das Timing stimmt fast immer und die dabei verarbeiteten Ideen sind teilweise sogar richtig originell, sodass "Ball & Chain" nie zu einer dieser schlechten Laber-Komödien umschwenkt.

Wozu muss man sich also die lauen Komödien-Aufgüsse aus dem Heiligen Wald antun, wenn auf unserer Seite des Teiches der gleiche produktionstechnische Aufwand für einen deutlich interessanteren, schöner konzipierten, spritzigeren Popcornkinofilm getätigt wird. Der Streifen zeigt, wie man ein altes Konzept aufgreifen, treffend verändern und mit Ideen würzen kann, sodass zwar anspruchslose aber eben nicht einfallslose, völlig klischeebeladene Unterhaltung (wie in der seit längerem stagnierenden Branche leider üblich) entsteht. 8/10.


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