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Im Blutrausch des Satans (1971)

Eine Kritik von wiliams
eingetragen am 31.01.2007, seitdem 380 Mal gelesen


"A Bay of Blood" handelt von einer Mordserie an einem kleinen See in einer dünn besiedelten Gegend.

Der Film beginnt mit dem ersten Mord. Erst viel später werden nach und nach die Motive des Verbrechens, die Tatvorbereitungen und die Konsequenzen aufgedeckt, teilweise in Form diverser Rückblenden.

Ein waschechter Kriminalfilm ist dennoch nicht daraus geworden, denn wie der Originaltitel "Reazione a catena" schon andeutet, löst das erste Gewaltverbrechen in einer Art Kettenreaktion immer noch weitere aus. Und hier beginnt die Logik des Films immer mehr zu bröckeln, denn die Motive werden zunehmend simpler bis hin zum Fadenscheinigen. Eine Aufklärung von Seiten der Polizei findet zu keinem Zeitpunkt statt, auch keine andere Person beginnt mit systematischen Ermittlungen. Man könnte fast meinen, die Anwohner des Sees würden in einem gesetzlosen Niemandsland handeln, wenn nicht etliche der Taten überhaupt nur zur Geheimhaltung der vorangegangenen dienen würden. Schließlich muss sich der Zuschauer fragen, ob hier nicht einfach nur Vorwände gesucht wurden, weitere Morde zu inszenieren. Dies ist vor allem deshalb enttäuschend, weil gleichzeitig die komplizierten Hintergründe der ersten Verbrechen von allen Seiten beleuchtet werden, was angesichts des restlichen Verlaufs des Films aber nicht mehr so richtig ernst genommen werden kann. Zumal es - so viel möchte ich verraten - im Verlauf des Films nicht bei einem einzigen Mörder bleibt, dessen Taten man wie bei "Halloween" und Konsorten noch halbwegs glaubhaft durch eine Psychose erklären könnte.

Von der im Amerikanischen titelgebenden Bucht, um die sich letztlich der ganze Film in doppelter Hinsicht dreht, werden dem Zuschauer leider keine erwähnenswert schön fotografierten Naturaufnahmen präsentiert, vielleicht abgesehen von der allerletzten Einstellung am Ende des Films. Die farbige Ausleuchtung, wie man sie aus anderen Mario Bava und Dario Argento Werken kennt, findet sich hier eher nicht. Dennoch sind die Morde einfallsreich in Szene gesetzt, ja geradezu stilbildend in Hinblick auf nachfolgende Filme wie "Freitag der 13.". Oft ist auch die Kameraführung sehr gelungen, etwa wenn dem Zuschauer die Beobachterrolle durch einen Türspalt hindurch zugewiesen wird. Einmal erschien mir der Einsatz der umherirrenden und defokussierenden Kamera aber auch einen Tick zu sehr in die Länge gezogen, dann ist die ansonsten innovative Experimentierfreudigkeit leider nicht mehr von Dilettantismus zu unterscheiden.

Ebenso schwer zu entscheiden ist, ob die im Verlauf des Films zunehmende Banalisierung der Mordmotive sich als künstlerisches Mittel zur Gesellschaftskritik verstanden sehen will. Jedenfalls ist diese Interpretation befriedigender, als wenn man ausgehend vom deutschen Titel "Im Blutrausch des Satans" versucht, die Vorfälle als Werk okkulter Mächte aufzufassen, denn diese Deutung wird eigentlich höchstens durch die Anwesenheit einer Kartenlegerin unterstützt.


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