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Im Blutrausch des Satans (1971)

Eine Kritik von deadlyfriend
eingetragen am 13.11.2011, seitdem 88 Mal gelesen


Achtung: Leichte Spoiler enthalten!

Hinter dem reißerischen Titel verbirgt sich zwar wirklich viel Blut, die Bilder wirken auch wie in einem Rausch, aber der Satan fehlt. Dafür ist aber Mario Bava am Werk, der hier 1971 einen ziemlich wichtigen Beitrag in der Slasherfilm-Geschichte abgeliefert hat. Allerdings bezweifel ich, das er das auch vor hatte, sonst hätte er sich in einigen Punkten mehr Mühe gegeben. Trotzdem ist es schon sehr interessant, das der Mann der Urvater des Giallo und wohl auch des Slasherfilms ist. Leider wird ihm hierzulande aber immer noch nicht der Respekt entgegen gebracht, den er verdient hat. Warum auch immer?

Direkt zu Beginn des Films merkt man schon, das es sich um einen Film des italienischen Großmeisters handelt. Wundervolle Settings, prächtige Farbenspiele und eine Atmosphäre die es in sich hat. Dazu direkt ein fulminanter Mord, der hervorragend ausgearbeitet wurde. Nach dieser Eröffnungssequenz kommt ein Bruch und wir befinden uns im erwähnten Beginn der Camp-Slasher-Ära. 4 Jugendliche kommen an den Ort des Verbrechens um ein wenig Badespaß zu haben. Selbstverständlich sind die Mädels sehr zeigefreudig und die Jungs haben nur Sex im Kopf. In bester Freitag der 13.te Manier wird jetzt natürlich einer nach dem anderen abgeschlachtet. Allerdings knapp ein Jahrzehnt bevor Jason auf den "Crystal Lake"  losgelassen wurde. Dabei sind die Morde ähnlich inszeniert und einer wurde von Jason sogar kopiert. Ich glaube aber nicht, das er vorher den Film gesehen hat. Das hätte zumindest wohl die Beschlagnahmung, wegen Nachahmung rechtfertigt. Beschlagnahmt?
Ja, tatsächlich. Auch Mario Bava hat es wie viele seiner italienischen Kollegen bei uns geschafft, einen Film auf die berühmte 131er Liste zu bringen. Dieser Fakt ist wahrscheinlich auch dafür verantwortlich, das diesen Film wenigstens ein paar Leute kennen und ihn zu würdigen wissen. Für 1971 ist er auch ziemlich hart, aber mit heutigen Gewaltorgien natürlich nicht zu vergleichen.
Genau so konfus wie die Rezension, geht es auch im Film weiter. Er springt ebenfalls und flattert von einem Thema zum Anderen. Nachdem dieser Slasher-Anteil nämlich abgearbeitet wurde, geht er so weiter als ob nichts gewesen wäre. War eigentlich auch nichts, da die 4 Teenies mit dem restlichen Film absolut nichts zu tun haben. Das Slasher-erprobte Auge erwartete eigentlich eher, das es um diese 4 geht und nicht ein frühes Ableben von allen Beteiligten. Da er aber wie gesagt 10 Jahre früher gedreht wurde, muss Bava sich ja nicht an spätere Regeln halten.
 
Wir sind wieder am Ort der Verbrechen und bekommen eine Vertiefung der Protagonisten, die kurz nach dem Beginn eingestreut wurden und lernen neue Personen kennen. Dieses Zusammenspiel ist Bava meines Erachtens irgendwie nicht gelungen, da inzwischen knapp die Hälfte des Films vorbei ist und man immer noch nicht weiß um was es eigentlich geht.
Ist aber auch nicht wirklich schlimm, denn wieder wohnen wir tollen Settings, fulminanten Morden und einer wundervollen Atmosphäre bei. Perfekt unterlegt von Stelvio Cipriani, der hier ein wahrliches Meisterstück an hypnotischen Trommeln und Klängen abliefert.
Jetzt geht es aber eher in Richtung Giallo, denn selbst eine Whiskeyflasche der Marke J&B ist zu begutachten. Man bekommt Rückblenden zur Erklärung des Plots, Intrigen, schöne Frauen und eine Menge Leichen zu sehen. Zusätzlich noch ein wirklich seltsames Ende, das den kruden Humor von Mario Bava einmal mehr beweist. An diesem finalen Schuß, scheiden sich auch heute noch die Geister und ich weiß auch immer noch nicht was ich davon halten soll. Interessant ist es aber in jedem Fall. Vor allem da man jetzt bemerkt, was Bava eigentlich vor hatte.

Sammlern von beschlagnahmten Filmen werden am "Blutrausch des Satans" nicht vorbei kommen. Fans des Giallo sollten ihn definitiv auch mal gesehen haben. Slasherfreunde ebenso. Aber auch Leute die sich für den filmhistorischen Kontext interessieren. Hier wird man definitiv fündig, sofern man sich für die Entstehung des Genres interessiert.


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