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Im Blutrausch des Satans (1971)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 03.11.2003, seitdem 1620 Mal gelesen


Die Benelux-DVD stand schon länger in meinem Regal, ich habe sie mal billig auf einer Messe erworben. Ja, und nun hab ich ihn mir dann endlich mal angeschaut. Und was ich da so sah, hat mich durchaus positiv überrascht.
Doch der Reihe nach: Gleich zu Beginn wird man Zeuge, wie eine im Rollstuhl sitzende Frau gemein ermordet wird. Sekunden später fällt aber auch der Mörder jemandem zum Opfer. Wem, bleibt zunächst unklar. Nun werden einem verschiedene Charaktere vorgestellt, eine Wahrsagerin, ein Insektensammler oder auch ein profitgeiles Paar. Wie sie im Zusammenhang stehen oder ob sie das überhaupt tun, erfährt der Zuschauer erst einmal nicht. Doch nach und nach wird einem klar, dass jeder mehr oder weniger seine Finger im Spiel hatte, was den Mord an der alten Dame im Rollstuhl angeht.

Ja, ihr hört schon, bei "Im Blutrausch des Satans" oder "Twitch of the Death Nerve" oder "Bay of Blood" hat man es zwar nicht unbedingt mit einem komplexen, intelligenten Horrorfilm zu tun, er ist aber bei weitem cleverer und durchdachter als z.B. die "Freitag"-Filme. Versteht mich nicht falsch, ich bin großer Anfänger von Jason und dessen (bald) 11 Auftritten. Besser gesagt 10, da er im ersten ja nicht mordet...Aber tut ja nichts zur Sache. Was ich sagen möchte, ist, dass selbst ein bekennender "Freitag der 13."-Fan wie ich diesem Film hier großen Respekt zollen muss, besser gesagt, sogar zugeben muss, dass er ein noch größeres gewisses Etwas in sich verbirgt als besagte Reihe.

Ja, "Bay of Blood" (ich nenne ihn jetzt einfach mal so) ist beschlagnahmt in Deutschland. Und wie bei den meisten diesen Filmen ist diese Maßnahme unverständlich. Ok, einige blutige Szenen sind zu sehen, sie allesamt rechtfertigen eine Beschlagnahmung nicht. Egal, die Morde sind recht zahlreich, auch blutig und haben einen durchaus hohen Gewaltgrad. Die Qualität der Effekte würde ich auch eher im oberen Drittel ansiedeln, die Kopf-ab Szene sieht ein wenig unglücklich aus, ansonsten wurde da gute Arbeit geleistet.
Auch was die Kameraführung angeht, hat mir der Film wirklich gefallen. Hier bekommt man mal nicht die 08/15-Durchschnitts-Einstellungen zu sehen, wie sich die Kamera irgendwie hinter irgendwelchen Büschen oder Bäumen befindet und der Zuschauer nie weiß, ob es sich nur um eine ganz normale Aufnahme oder um die Ich-Perspektive des Mörders handelt. Sondern in "Bay of Blood" sind einige wirklich ausgefallene und vor allem innovative Einstellungen zu sehen, vor allem wenn es darum geht, zwei Szenen gekonnt zu verbinden und zusammen zu schneiden. Zudem enthält der Film einige ganz nette Naturaufnahmen. Das Ganze wirkt auch nicht so statisch, die Kamera vermittelt durchaus einen gewissen Schwung, einen filmischen Fluss, den ja Filme des Genres ja oft eher nicht besitzen.

Ja, der Sinnlosigkeitsgrad der Story des Films hält sich wie gesagt in Grenzen, eigentlich sogar recht interessant, wenn man bedenkt, aus welch verschiedenen Anlässen die verschiedenen Personen töten oder getötet haben. So gesehen regt der Film sogar zum Nachdenken an, aber auch nur, was die Motive der Charaktere angeht.
Und wer meint, dass der Film aufgrund seines Alters eigentlich nur ein gewöhnlicher Horrorfilm ist, von der Sorte man schon ungefähr 1000 gesehen hat, dann irrt man sich gewaltig. "Bay of Blood" ist einfach irgendwie ehrlicher und natürlicher als heutige Horrorfilme wie "Scream". Und meines Erachtens gibt es in "Bay of Blood" eine wirklich sehr sehr eklige Szene zu sehen, wo der Tintenfisch auf dem Kopf der Leiche "sitzt".

Also alles in allem muss ich sagen, dass es wirklich Spaß gemacht hat, sich den Film anzusehen. Es kam keine Langeweile auf, der Bodycount stimmt, der Abwechslungsreichtum der Mörder bei ihrer Vorgehensweise weiß auch zu gefallen. Na ja, die Schauspieler, was erwartet man aber auch schon von ihnen. Sie können nicht viel, aber das dafür umso besser. Daher gibt’s nicht wirklich viele Schwächen. 7,5/10 Punkte


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