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Breakfast Club - Der Frühstücksclub (1985)

Eine Kritik von MäcFly (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 26.08.2003, seitdem 1600 Mal gelesen


Es ist schon etwas besonderes, was John Hughes hier für einen Jugendfilm-Klassiker vom Stapel gelassen hat. Der Spezialist für 80er-Jahre-Teenagerkomödien inszenierte mit "Der Frühstücksclub" mal keine abgedrehten Sachen wie "Ferris macht blau" oder "L.I.S.A.", sondern einen scheinbar unspektakulären, ruhigen Film, der aber bei vielen Jugendlichen einen Eindruck hinterlassen hat wie kaum ein anderer.

Es sind fünf Schüler unterschiedlichster Art, die Samstagmorgen auf Geheiß ihres Lehrers zum Nachsitzen antreten dürfen, um einen Aufsatz zum Thema "Wer bin ich?" schreiben. Bis der fertig wird, passiert aber noch so allerhand und die Jugendlichen entdecken trotz ihrer Unterschiede viele Gemeinsamkeiten, die sie näher zusammenrücken und zu Freunden für einen Tag werden lässt. Alle Heranwachsenden sind irgendwie gleich - die Hauptaussage des Films, gestützt auf ein Zitat David Bowies im Vorspann.
Erörtern dürfen das fünf Schauspieler, die damals völlig unbekannt waren und es zum Teil heute wieder sind:
Emilio Estevez ist der Athlet, der unter seinem ehrgeizigen Vater leidet, ebenso wie Anthony Michael Hall (besser bekannt als Rusty aus "Die schrillen Vier auf Achse), nur dass es bei ihm nicht der Sport, sondern die Noten sind, die bei ihm sehr gut sein müssen.
Judd Nelson mimt den Rebell, die Figur, die im Verlauf die wohl größte Wandlung durchmacht. Anfangs ein Arschloch, kommt sein weicher Kern in der harten Schale immer mehr zum Vorschein, bis er am Ende absolut sympathisch ist.
Oberschnuckelchen Molly Ringwald ist die eitle Schönheitskönigin aus reichem Hause, eine, der alles in die Hände gelegt wird. Genau der Gegensatz von John, dennoch sind es ausgerechnet diese Beiden, die schließlich am meisten füreinander übrig haben.
Ally Sheedy ist die abgedrehte Freak-Frau, die sich zum Schluss ebenfalls als völlig normale Jugendliche entpuppt.
Allen gemeinsam ist, dass sie wie von Sinnen spielen und den eh schon höchst interessanten Figuren noch mehr Tiefe verleihen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich ein Alter Ego herauszupicken, bei den vielschichtigen Charakteren sind mit Sicherheit für jeden Identifikationsmöglichkeiten gegeben.

Neben zahlreichen, nie klischeehaften Diskussionen über Themen wie den ersten Sex oder elterliche Gewalt gibt es hier genügend Szenen zu bewundern, die längst Klassiker geworden sind: Die Flucht vor dem Direktor durch die Gänge, der Tanz zu Karla De Vitos "We are not alone", Allisons neues Erscheinungsbild, der Krach durch die Decke inklusive Blondine-Pudel-Salami-Witz, dessen fehlende Pointe legendär ist und gegen dessen Auflösung manche ihre gesamte Videosammlung eintauschen würden. Oder auch die quälend schöne letzte Einstellung von John, wie er über den Platz trottet, dazu wieder das Simple-Minds-Titellied, das so ziemlich alle hier vorkommenden Stimmungslagen perfekt zum Ausdruck bringt. Überraschenderweise endet der Film nicht einmal richtig positiv, da klar ist, dass am nächsten Schultag alle wieder in ihren eigenen Cliquen stecken werden, mit denselben Vorurteilen über die anderen.

Vielen Filmfans bedeutet "Breakfast Club" verdammt viel - mir auch, obwohl ich weder in den 80er herangewachsen bin (Indiz für die Zeitlosigkeit des Films), noch den Film übermäßig oft gesehen habe. Das liegt aber vor allem an den sich rar machenden TV-Ausstrahlungen und an der noch nicht vorhanden DVD, auf deren Release ich bereits sehnsüchtig warte.
Ein Teenagerklassiker, für den mir vor Begeisterung fast die Worte fehlen und dem ich hiermit absolut jedem ans Herz legen möchte, auch älteren Leuten, die einen Rückblick auf ihre Probleme und Anliegen im Teenageralter wagen wollen.


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