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Ring (2002)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 04.03.2003, seitdem 450 Mal gelesen


Das US-Remake des hier zu Lande mittlerweile nun auch bekannt gewordenen japanischen Originals "The Ring" ist in meinen Augen ein doch sehr überschätzter Grusler. So versucht Gore Verbinskis Werk Suggestiv-Horror zu sein, schafft dies aber nur bedingt. Nach einem stimmungsvollen Beginn ist von der extrem bedrückenden Atmosphäre eine Zeit lang nämlich nicht mehr viel zu spüren. Lediglich das Ansehen des mysteriösen, bizarren Videos, das zugegebenermaßen wirklich einwandfrei ist und einige Rätsel aufgibt, und zwei am Ende befindliche Sequenzen sind vielleicht noch Auslöser für das Aufrichten der feinen Haare auf der Haut, ausgelöst durch ein ungutes Gefühl. Ansonsten wird aber nur recht leichte Horrorkost geboten, die zumindest mich nicht wirklich an den Kinosessel nageln wollte.

Die entstehenden Fragen rund um das geheimnisvolle Video und die damit verbundenen Ereignisse wie das Telefonklingeln nach Betrachten des Bandes oder gar der eintretende Tod nach Ablauf der Frist von 7 Tagen werden kaum beantwortet, was allerdings nicht unbedingt negativ ausschlägt. Obwohl das Original noch sparsamer mit Erklärungen umgeht, schaden die Kleinigkeiten, die man im Remake mehr erfährt, nicht sonderlich. Über die den Zuschauer hier am meisten quälenden Fragen, wie der eigentlichen Entstehung des Videos oder den merkwürdig entstellten Gesichtern der Betroffenen bei Fotos und Videoaufnahmen, darf man sich trotzdem noch selber den Kopf zerbrechen.

Der guten visuellen Inszenierung ist es zu verdanken, dass die Atmosphäre überwiegend stimmt, auch wenn sie nur selten eine wirklich beklemmende Intensität erreicht. Die teils surreale Wirkung wird durch die Verwendung eines die Realität "vertristenden", leicht türkisen Filters erzeugt. Eine überlegte Kameraführung und Gore Verbinskis Auge für die passende Perspektive tragen einen weiteren Teil zur ansprechenden Atmosphäre bei. Ganz nett ist ein subtiler, visueller Effekt bei einem Bildübergang, bei dem kurzartig der Ring zu sehen ist. Auffälligerweise setzt Verbinski Bildübergänge verhäuft auch für kleine, den Zuschauer leicht erschreckende Momente ein. Die musikalische Untermalung nimmt dagegen eher eine periphere Stellung ein und ist fast nur durch Ruhe charakterisiert. Das schauspielerische Niveau der Akteure bewegt sich auf alle Fälle im guten Bereich. Der Charakter der Rachel Keller wäre skriptmäßig in seinem Innenleben allerdings noch ausbaufähig gewesen.

Wenn man mal bedenkt, was Hollywood in letzter Zeit im Bereich Horror auf den Kinomarkt brachte, so ist "The Ring" ein positiver Beitrag in diesem Genre. Der große Kracher des modernen amerikanischen Horrors ist er jedoch nicht, zumal zu bedenken bleibt, dass die Idee ja woanders ihren Ursprung hat.


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