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Kite - Ein gefährliches Mädchen (1998)

Eine Kritik von Thurgod (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 07.07.2006, seitdem 521 Mal gelesen


Irgendwo in meiner Sammlung der Pflicht-Animes auf DVD schwirrt auch „Kite" herum. Auch wenn ich den Film sicher nicht als erstes aus einem brennenden Haus retten würde (sprich: er ist kein Meisterwerk), zählt diese Tobak-Granate doch durchaus zu den durchweg ansehbareren 18er-Animes. Erzählt wird die Geschichte des Schulmädchens Sawa, das für den korrupten Polizisten Akai Auftragsmorde ausführt und auch in dessen Bett fleißig zu Dienste zu stehen hat. Während ihrer brutalen Streifzüge freundet sie sich mit einem gleichaltrigen Kollegen an, und als sie beschließen, das Handwerk niederzulegen - und zwar in jeder Hinsicht - stehen sie selbst auf der Abschussliste ihres Auftraggebers...

Tja. Die Handlung kommt selbstverständlich in knapp 60 Minuten, die nun mal in erster Linie für japanische Derbo-Phantasien hinhalten müssen, deutlich zu kurz. Interessiert nicht wirklich, da der Zuschauer flugs und sprichwörtlich-buchstäblich bei den Eiern gepackt und für die gesamte Zeit kaum noch losgelassen wird. Das herunter gespulte Sex & Violence - Programm im Zeichenformat gehört sicherlich nicht in Kinderhände und man wundert sich schon fast, warum „Kite" nicht prompt auf dem Index gelandet ist. Dabei liegt die einzig merkliche Schwäche bei Kite meiner Meinung nach darin, dass man in vielerlei Szenen bei weitem nicht so dick hätte auftragen müssen. Den Hardcore bei den Sexszenen hätte man weglassen können, denn dadurch verhindert die aufkommende Exploitation-Stimmung, dass sich die vernünftig und stilvoll kreierte Atmosphäre (mit schöner Musik und Farbwahl) richtig entfalten kann. Hardcore ist auf keinen Fall zwingend falsch in Animes (siehe Urotsukidoji oder Imma Yojo), doch in dem schon ohnehin zu kurz geratenen Killermärchen wurde dem deutlich zu viel Bedeutung zugeordnet. Dem entgegen stehen ziemlich wuchtige Gewaltszenen; die Opfer werden zumeist mit explosiver Munition beseitigt, was dementsprechend reichlich Sauerei veranstaltet. Auch hier herrscht ein relativ hoher Brechstangenfaktor und viele Szenen hätten schlichtweg nicht sein müssen.
All das ändert sich jedoch mit den letzten paar Minuten, nachdem der Bösewicht endlich das Zeitliche gesegnet hat. Erst dann kommt richtig viel Stimmung auf und die letzten Bilder stünden alleine für nichts anderes als die Höchstnote und man kommt sich wieder vor wie zu schönsten „Crying Freeman" - Zeiten. Wie schon gesagt: davor leider zu oft zu derb, wie ein Elefant im Porzellanladen präsentiert sich „Kite" den Hartgesottenen, von denen sich allerdings die wenigsten unzufrieden zeigen dürften.

Deswegen dem entsprechend meine Empfehlung.


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