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Jin-Roh (1998)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 06.08.2002, seitdem 1170 Mal gelesen


Ein nach einer Naturkatastrophe zerstörtes Tokio und nun ein wiederaufgebautes Neo-Tokio. Eine Story, die an die Grenzen von Science-Fiction stößt. Komisch aussehende Figuren oder Helden, die mit Superkräften ausgestattet sind. - Das alles hat "Jin-Roh" nicht zu bieten und ist deshalb auch nicht unbedingt der typische Anime.

Der Film spielt in Tokio, aber nicht in einer fernen Zukunft, sondern in einer fiktiven Vergangenheit zehn Jahre nach dem 2. Weltkrieg. Japan hat der restlichen Welt den Rücken gekehrt und versucht mit einem Aufbauprogramm wieder auf die Beine zu kommen. Doch man kann nicht behaupten, die Regierung habe alles im Griff. Eher das Gegenteil ist der Fall und so kommt es oft zu Unruhen in der Stadt.
Diese beschriebene Atmosphäre liegt die ganze Zeit in der Luft und wurde wunderbar in Bildern eingefangen. Alles macht einen sehr traurigen und düsteren Eindruck.
Besonders die Männer der Wolfsbrigade mit ihren schweren dunklen Anzügen und den rotleuchtenden Spezialbrillen sind irgendwie schon sehr angsteinflößend.
Dazu wird eine gute Geschichte erzählt, bei der keine Hauptperson, die ist, für die sie sich ausgibt. Die Story wird oft von schönen Monologen begleitet, die nicht handlungsfördernd sind, aber etwas mehr Sprache in den ansonsten recht ruhigen Film bringen.

Die vergleichsweise seltenen Actionszenen stehen hier nicht im Mittelpunkt. Trotz dessen sparte man aber nicht unbedingt mit Blut. Desöfteren sind auch Explosionen im Bilde, die sehr fein gezeichnet wurden. Überhaupt sind die Zeichnungen, seien es nun Feuer- beziehungsweise Lichteffekte oder Spiegelungen im Wasser, wirklich erstklassig. Einzig und allein sich bewegende Fahrzeuge, wie Autos oder Busse, fallen in ihrem Ruckeln etwas negativ auf.
Die Musik spielt einen wichtigen Part. Teilweise lauscht man den doch traurigen Klängen nur unbewusst. Aber trotzdem wäre der Film ohne diese musikalische Untermalung wohl nur halb so gut, denn die Musik ist besonders für die triste Atmosphäre nicht wegzudenken.
Die deutschen Synchronstimmen passen hier im Gegensatz zu vielen anderen Werken dieses Genres sogar sehr gut zu den jeweiligen Charakteren.

"Jin-Roh" ist ein ernster Anime mit einer teils ergreifenden Geschichte. Musik und Zeichnungen liegen ebenfalls auf hohem Niveau und schon allein deshalb ist dieser Anime ein Muss für jeden Fan. (Noch 9/10 Punkten)


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