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Man muss kein Literaturkenner sein, um hinsichtlich des Titels festzustellen: Es geht um Zombies! Anbei natürlich auch um einen Klassiker von Jane Austin, den Seth Grahame-Smith („Abraham Lincoln Vampirjäger“) bereits zur Parodie umfunktionierte. Die Verfilmung von Burr Steers krankt allerdings an einer unausgewogenen Mischung, denn Horrorfans gehen hier nahezu leer aus.

England, 1811: Eine Zombieseuche ist ausgebrochen und die Aristokratie ist bemüht, das niedere Volk zu opfern, um weiterhin feudalen Festen zu frönen. Die fünf Schwestern Bennet, darunter Lizzy (Lily James) beherrschen allesamt verschiedene Kampfstille, sollen laut Eltern jedoch so langsam unter die Haube. Als Lizzy auf den unnahbaren Querkopf Darcy (Sam Riley) trifft, denkt sie an alles, - nur nicht ans Heiraten…

Grahame-Smith übernahm bereits einige Dialoge eins zu eins und so verwundert es wenig, dass der Dialogwitz beinahe gegen Null tendiert. Die kampferprobten Geschwister sehen zwar durch die Bank hübsch aus und man sieht gerne dabei zu, wie sie für den anstehenden Ball allerlei Waffen mit scharfen Klingen an der Kleidung montieren, doch so richtig kommt die Erzählung nicht aus dem Quark.

Das liegt primär am zurückhaltenden Einsatz der Untoten, die im Grunde nur sporadisch auftauchen und kaum Schaden anrichten. Das Make-up arbeitet zwar sauber, doch gewalttechnisch könnte beinahe eine FSK12 durchgehen, da fast gar kein Blut fließt.
Zwar kommt es zu einigen Auseinandersetzungen, doch die einzig erwähnenswerte findet zwischen Lizzy und Darcy statt, als diese ihre angestauten Emotionen entladen und hierbei allerlei Inventar zu Bruch geht.

Ansonsten geht es leider kaum drunter und drüber, da lang gezogene Dialogpassagen massiv dominieren und die solide Ausstattung in Form von Kostümen und Schmuck nur anfangs von diversen Defiziten ablenken kann. Hierzu zählt in erster Linie die mangelnde Chemie zwischen den vermeintlich Verliebten, nur unter den Geschwistern ist die gute Laune zuweilen spürbar. Auch darstellerisch werden Mankos sichtbar, denn Sam Reily kommt zu keiner Zeit über einen Gesichtsausdruck hinaus, während sich Lily James zwar müht, jedoch zu wenig Präsenz mitbringt. Charles Dance als Vater und Lena Headey als mysteriöse Amazone bringen mit ihren eher kurzen Auftritten wesentlich mehr Charisma ins Spiel.

Und jenes weiß eben zu keiner Zeit mitzureißen, da die Romanze relativ seelenlos abgespult wird und das Konfliktpotenzial kaum ausgeschöpft wird, während die Zombies zur Randerscheinung verkommen und diesbezüglich keine markante Action zu verzeichnen ist.
Ein netter Score, aber viel Geschwätz, jede Menge Leerlauf, etwas Stolz, ein paar Vorurteile, doch die Zombies hätte man bei alledem beinahe übersehen…
4 von 10

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