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Gridlocked (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 7 / 10)
eingetragen am 17.06.2016, seitdem 466 Mal gelesen



"Two mags. You came prepared."

Angesichts der jüngeren Filmographie von sowohl Dominic Purcell, seit Neuerem auch Danny Glover und seit längerem und vor allem Vinnie Jones gehen bei jedem Einzelnen eigentlich schon die rote Lampe, als Warnung, und bei einer Paarung des Trios dann die ganze Reihe an “Alarm“ und “Hände weg“ Kennzeichen an. Bei dem kanadischen Gridlocked, der eben dies aufbietet und damit gar noch wirbt, ist de facto schon der Totenschädel auf dem Produkt und der Giftschrank glaubhaft nah; was angesichts des tatsächlichen Endergebnisses, einer kleinen, nein, einer größeren Überraschung gar, wiederum sehr schade wär und wo hier neugewonnener Kredit vor allem in der vorbereitenden Umgebung für und die Auflösung der erfreulichen Actionszenen die alten festgefahrenen Vorurteile sticht.

Verantwortlich hier für die positive Aufnahme und gleichsam verantwortlich für die bisherigen Ressentiments ist dabei mit der Regisseur, von denen es so viele fähige scheinbar nicht mehr gibt, und auch der Stand der Dinge, bei denen das aktuelle Actiongenre im Kino nicht mehr gefragt ist und in der direct to video - Distribution oftmals den Weg der Kleinpreisigkeit und der Talentlosigkeit geht. Die Budgets selbst bei namhafteren und mit einem bekannten Haupttitel wuchern könnenden Produktionen, allen voran die der WWE Studios, in einstellige Millionenhöhen geschrumpft und die Drehzeit entsprechend gleichsam reduziert. Der Nachwuchs wenig gefördert oder vom Zielpublikum ignoriert, während die ehemaligen Aushängeschilde heute immer noch gefragt, nur eben physisch naturgemäß nicht mehr auf der Höhe und zuweilen auch einfach müde und bequem geworden sind. Die Vertriebswege wenig profitabel und ein Ende dessen nicht wirklich in Sicht.

Dass, was in den letzten Jahren seltsamerweise gefragt war bzw. zumindest auffällig oft angeboten wurde und so seine eigene kleine Nische eroberte, war der frühere Kampfsportfilm, der nun mit dem Mixed Martial Arts Anreiz neu aufgelegt wurde und die 'Stars' des Geschehens aus dem Ring und dem Sportkanal (meist als Beifang für die Promotion) vor die Kamera zerrte. Eines der positiver aufgenommenen Erzeugnisse war Tapped Out [ 2014 ], dessen Regisseur und Autor Allan Ungar hier genauso anwesend ist wie sein Hauptdarsteller Cody Jackman, der nun die zweite Geige, das unfreiwillige Anhängsel, den Zusatz zum (gelungenen) Buddy Picture und die Hälfte der Referenzen zu einem der hiesigen Vorbilder, dem des The Hard Way nämlich spielt:

Nachdem der Schauspieler und ehemalige Kinderstar Brody Walker [ Cody Hackman ] neuerdings wieder einmal über die Stränge und einen Reporter vor laufenden Kameras geschlagen hat, wird er von seinem um die Karriere fürchtenden Manager Marty [ Saul Rubinek ] eng an die Kandarre genommen. Brody soll neuen Anschluss in der öffentlichen Meinung und für publikumswirksame Reue sorgen, schuldig vor Gericht plädieren und dann Sozialhilfe ableisten. Dabei besteht die letztere Pflicht in der Begleitung des Polizeidienstes des ehemaligen SWAT - Mitgliedes David Hendrix [ Dominic Purcell, der den geplanten Cuba Gooding, Jr. ersetzt ], der nicht nur ein griesgrämiger Einzelgänger, sondern auch mit dem Babysitterjob für einen verzogenen Schickimicki überhaupt nicht zu haben ist. Als die Beiden nach ihrem täglichen Ride Along in der strikt reglementieren Trainingsstätte von Hendrix einkehren, wird ausgerechnet justament das mehrfach versiegelte Gebäude von John Korver [ Stephen Lang ] und seiner rechten Hand Ryker [ Vinnie Jones ] überfallen und die Personaldecke der anwesenden Polizisten im ersten Anmarsch schon erheblich ausgedünnt. Die Übrigen wie Gina [ Trish Stratus ], Maddox [ Richard Gunnar ], Scott [ Steve Byers ] und Sully [ Danny "I knew I was getting too old for this shit." Glover ] sorgen allerdings für heftige Gegenwehr, so dass einen Truppen frischer Mercenaries in Auftrag nimmt.

- "What's the problem?"
- "Carnage."

Auf die harte Tour geht es dabei schon zu Beginn, wird sich als Einleitung und Einstimmung erst mal mit drei Kleinkriminellen in der Absteige geprügelt, der technische Nahkampf gegen die rohe Gewalt und das stumpfe Einschlagen geübt. Die spezielle Ausbildung und das jahrelange Training mit seiner Routine und Erfahrung war bei der simplen Festnahme – bei der aus der Inneneinrichtung, allen voran dem Fernseher und dem Abstelltisch Kleinholz gemacht wurde – ebenso hilfreich wie es bei der später einsetzenden Haupterzählung ist. Das Stürmen und Verteidigen von anfangs uneinsehbaren Räumen und verwinkelten Gängen mit schweren Geschützen, das Sprengen von Türen und Zersplittern von Schutzscheiben wird alsbald statt im präparierten Übungsraum im ganzen Bunker und gegen immer wieder heranrollende Herrschaften von schießwütigen Söldnern und anderem gun for hire Geschmeiss und dies neben dem wilden Hantieren mit Bleispritzen auch mit viel Improvisation und gewalttätigen Zweikampf ausgeübt.

"We're gonna need more men."

Die Vielzahl gegen die Minderheit, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort im Kill House ist, und sich auf beengten Territorium ohne Hilfe von aussen bewähren muss; allerspätestens seit Die Hard ein beliebtes (und qualitativ selten erreichtes) Szenario, dass hier (gleichsam zu bspw. den niederen DTV Tactical Force, Maximum Conviction oder 12 Rounds 3: Lockdown) seine nächste Verwendung und die nächste Referenz erhält, ohne dabei allerdings seine Eigenständigkeit zu verlieren. Viel eher gewinnt man durch den Umgang mit der Tradition und die auch bewusste (humoristische) Beherrschung damit (trotz isolierten und muffigen Schauplatz, niedriger monetärer Rücklagen und spröder teal & orange Optik) in der eigenen, alles andere als dumpfen Professionalität. Selbst ohne sich ständig zu bekriegen und das Ganze wie im 20minütigen Showdown furioso geschehen  rein in Kugelhagel, Pulverrauch und mano-a-mano mayhem aufzulösen, wird sich vergleichsweise gescheit um die Planung, den Anlauf, die tatsächliche Belagerung und auch die Anspannung vor und in diesem Schloss Finsterburg, dem Bunker unter dem Bunker und der kreativen Differenzen all der unterschiedlichen Beteiligten miteinander bemüht. Selbst seitens der Darsteller, abseits der vier Namhaftesten ein ganzer Batzen Unbekannter erweisen sich unter der sich sorgenden, positiv routiniert und gleichzeitig interessiert und wissend wirkenden Regie als zuverlässig, so dass es auch die Pluspunkte und den Mehrwert einer tatsächlich einnehmenden Dramaturgie, einer Seltenheit der jetzigen Tage zu sehen gibt.


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