Review

„The Rezort" (Kurz und schmerzlos Teil 34)

Ein Ankündigung wie „Jurassic Park meets The Walking Dead" ist im Normalfall eine Bankrotterklärung bzw. als unbedingte Aufforderung zu verstehen, so schnell als möglich das Weite zu suchen. Wenn im trüben filmischen B-Segment mit Hochglanz-A-Ware geworben wird, ist ein lediglich müder Abklatsch noch eine freudige Botschaft. Der britische Horrorstreifen „The Rezort" ist eine solch wohltuende Ausnahme und liefert genau die angepriesene Prämisse.

Natürlich spielen weder Effekte noch Setting in der Liga von Steven Spielbergs Dino-Hit. Und auch die Zombie-Szenen erreichen nicht die Drastik und Rasanz der momentanen Genre-Referenz-Serie. Dennoch ist die Grundidee eine pfiffige und mit erkennbarer Liebe zu den Vorbildern umgesetzt. Man ersetze einfach Dinos durch Zombies und lasse über die vergnügungssüchtigen Parkbesucher die Hölle herein brechen. Natürlich ist alles eine deutliche Spur zynischer und brutaler geraten wie bei Familienentertainment-Profi Spielberg:

Nach langem Existenzkampf ging die Menschheit als Sieger aus einer apokalyptischen Zombie-Epidemie hervor. Nun wird der Spieß umgedreht. Die verbliebenen Untoten werden auf einer abgelegenen Insel im wahrsten Sinne zum Abschuss frei gegeben. Wer das nötige Kleingeld und die entsprechende Neigung übrig hat, kann hier ganz legal Jagd auf Zombies machen. Doch als eine Zombie-Aktivistin versucht geheime Daten zu stehlen, bricht das Computersystem des Parks zusammen und das damit unversehens befreite vormalige Kanonenfutter geht nun selbst auf Nahrungssuche ...

Regisseur Steve Barker - als Macher des Nazi-Zombie-Splatter-Doppels „Outpost" definitiv vom Fach - hangelt sich eng an Dramaturgie und Storygerüst des Dino-Vorbilds entlang, was mehr Spaß macht, als man vermuten würde. Originalität und Überraschungsmomente sind natürlich Mangelware, aber der fortwährende Déjà-Vu-Erlebnisparcours wird flott und visuell ansprechend durchlaufen. Die auf Mallorca gedrehten Park-Szenen sind erstaunlich atmosphärisch geraten und auch der Mix zwischen digitalen und handgemachten Effekten ist angesichts des geringen Budgets sehr gelungen.

Klar, die Figuren sind allesamt Pappkameraden, aber das machen viele sündteure Katastrophenfilme der Platzhirsche Bay und Emmerich auch nicht viel besser. Halbwegs im Gedächtnis bleibt lediglich Dougray Scott als mürrischer Gast mit Sniper-Qualitäten. Der Rest ist klassisches Zehn-Kleine-Negerlein-Personal.
Immerhin - und das ist im Vergleich zur Masse der den Markt überschwemmenden Horror-Schnellschüsse definitiv bemerkenswert - bemüht sich „The Rezort" um ein paar gesellschaftskritische Zwischentöne. Der bitterböse Umgang mit brandaktuellen Themen wie der Flüchtlingskrise oder der Arm-Reich-Schere erinnert dabei entfernt an Genre-Großtaten aus den 1970er Jahren, lässt aber deren Fokussierung und Konsequenz vermissen. Der Schwerpunkt liegt unverkennbar auf blutiger Action.  

Fazit:
Formelhafter aber kurzweiliger Hybrid aus „Jurassic Park" und gängigen Zombie-Filmen. Trotz geringen Budgets optisch wie tricktechnisch sehr ansprechend geraten und mit immerhin gesellschaftskritischen Ansätzen garniert.

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