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Joy - Alles außer gewöhnlich (2015)

Eine Kritik von (Bewertung des Films: 6 / 10)
eingetragen am 07.08.2016, seitdem 55 Mal gelesen



kurz angerissen*

David O. Russells Filmbiografie befasst sich den Vorgaben des Genres gemäß nur vordergründig mit der Person Joy Mangano, die als Erfinderin eines speziellen Wischmops auf den ersten Blick nur wenig an sich hat, an dem Hollywood interessiert sein könnte. Ihm geht es darum, aus ihrer Geschichte eine Perspektive zu schaffen, die offenbart, wie die Kreativität Einzelner vom Wellengang des immer harten, jedoch niemals fairen Wettbewerbs verschluckt werden kann und wie insbesondere Frauen mit einem Rollenbild konfrontiert werden, das sie in den ausgehenden 80er Jahren noch in einem Kostüm vor dem Herd stehen sieht, veranschaulicht durch unzählige Soap Operas, wie sie zu jener Zeit im Fernsehen liefen.

Gefühlt findet die Handlung aufgrund der glasklaren Rollenverteilung in den 50er, 60er oder allerhöchstens 70er Jahren statt, tatsächlich erlebte Mangano ihren Durchbruch jedoch in den 90er Jahren, einer Zeit, die noch auf der Zunge zu schmecken ist. Zugleich inszeniert er eine Frau, die selbst von ihrer eigenen Familie dazu domestiziert wird, sich als junge Frau mit der großen weiten Welt da draußen lieber nicht anzulegen, was von gut gemeinten Ratschlägen gar bis hin zur bewussten Manipulation reicht. Gerade dadurch gelingt es Russell, den Gerechtigkeitssinn des Zuschauers immer wieder empfindlich zu reizen.

Das Schauspielergespann um Lawrence, De Niro und Cooper hat sich unter dem Russell längst genug eingespielt, um alles herüberzubringen, was dieser wünscht; gerade die Hauptdarstellerin beweist im direkten Vergleich mit "Silver Linings" und "American Hustle" bewundernswerte Wandlungsfähigkeiten, auch wenn sie in der Schlussszene alle Klischees einer Filmbiografie bestätigt. Das liegt aber daran, dass "Joy" zwar stets auf der Suche nach dem besonderen Touch ist, nach Natürlichkeit und Ungezwungenheit, am Ende aber doch immer wieder auf bekannte Muster zurückgreifen muss, sei es, um Joy Mangano gerecht zu werden oder auch den Erwartungen des Publikums.

Obwohl sich "Joy" anders anfühlt als bisherige Werke des Regisseurs, so birgt er doch dieselben Stärken und Schwächen: Manchmal spröde und enttäuschend konventionell, in gewisser Hinsicht aber auch packend und dann wieder unangepasst.

*weitere Informationen: siehe Profil


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