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Bowling for Columbine (2002)

Eine Kritik von Persephone (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 20.11.2006, seitdem 380 Mal gelesen


Michael Moore mag polarisieren. Michael Moore hat mit seinen Büchern und Filmen den Nerv der Zeit getroffen. Kein Wunder, dass solch ein Film in Zeiten des Antiamerikanismus hoch gelobt und geliebt wird. Aber steckt hinter seinen Werken, insbesondere Bowling for columbine, viel Substanz?

Die Antwort ist definitiv nein. Eine Dokumentation sollte differenziert Inhalte aufbereiten und präsentieren. Die Präsentation von Moore´s Werk ist ansprechend, aber voll von Populismus. Eine Differenzierung findet nicht statt. Das ist der Schwachpunkt des Films.

Michael Moore zeigt nur eine einseitige Sicht auf Gegebenheiten. Grundsätzlich mag ich der Ansicht des Filmes zustimmen. Marilyn Manson, KMFDM oder andere Musikbands sowie verschiedene Filme als Sündenbock öffentlich darzustellen, ist absolut falsch. Allerdings werden mögliche Verbindungen zu diesen Medien nicht dargestellt. Das ist schade, denn für eine differenzierte Betrachtung darf man dies - auch wenn ich diese Sündenbockmentalität negiere - nicht einfach aus einem Film ausklammern.

Für Populisten ist Bowling for columbine ein ansprechender Film. Als Dokumentation scheitert er - wie alles von Michael Moore. Trotz allem kann man durchaus für Michael Moore Respekt empfinden. Er schafft es, unbeliebte Themen massentauglich aufzubereiten, obwohl diese Themen nicht die typische Massenware sind und hat dadurch eine Marktlücke entdeckt. Anstatt die gleiche Einheitsware zu präsentieren, verkauft er einen kontroversen Inhalt auf verwandte Art. So kann man sein Altersvorsorge auch sichern...

Für Freunde der Stammtischdiskussion findet man hier viele nette Argumente bzw. Pseudoargumente. Für den anspruchsvollen Zuschauer ist Bowling for columbine einfach zu undifferenziert, normativ und gelegentlich einfach nur fad. Dazu: Wenn manche Rezensoren hier auf ofdb schreiben, dass dieser Film im Geschichtsunterricht an Schulen gezeigt werden sollte, so würde ich mich noch weniger über die Ergebnisse von IGLU und Pisa-Studie wundern. Aber scheinbar ist eine kritische Sichtweise und Differenzierung von Inhalten nicht mehr relevanter Bildungsaspekt.


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