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Bowling for Columbine (2002)
Eine Kritik von Incredible Melting Man eingetragen am 12.09.2004, seitdem 308 Mal gelesen
Zwiespältig!
Moore nimmt die amerikanische Gesellschaft aufs Korn und das auf äußerst unterhaltsame und stellenweise hübsch fiese Art und Weise. Waffengeile, offensichtlich unter einem diffusen (von den Medien heraufbeschworenen) Verfolgungswahn leidende Amis und verlogene "Die Gewalt in den Filmen ist schuld" Affen (Moore sollte mal n Film über Erfurt drehen) kriegen hier ihr Fett reichlich weg, dazu kommen dann noch Szenen bei denen man echt nur noch mit dem Kopf schütteln kann ob dem was man dort sieht (Moore kriegt als Prämie für ein eröffnetes Konto in einer Bank ein Gewehr nebst Munition ausgehändigt!).
Nach dem Angucken ist man sowohl erschreckt als auch belustigt über soviel Idiotie.
Und ohne jetzt einen auf antiamerikanisch machen zu wollen (was ja zur zeit gerade "Mode" ist): Auch ich hab nach dem Film guten Gewissens Kommentare wie "Das ist der Beweis, die Amis sind doch krank" abgelassen.
Informiert man sich nun aber im guten alten Internet über Herrn Moore sieht die Sache schon etwas anders aus. Da wurde wohl wissentlich die ein oder andere Fakte verdreht oder gleich ganz was erfunden um die Aussage des Films zu bekräftigen. Liest man dann Zitate von Moore wie "Ich bin ein Millionär, ich bin ein Multi-Millionär. Ich bin scheißreich. Wisst Ihr warum ich ein Multi-Millionär bin? Weil Multi-Millionen mögen was ich mache. Das ist ziemlich gut, nicht?"
beginnt man nachzudenken...ist Moore etwa doch nicht der coole, dem Volk nahestehende und selbstlose Polit Entertainer ? Moore etwa nur ein schlauer Geschäftsmann der die derzeitige Anti-Amerika Stimmung nutzt um Kasse zu machen? Oder gar ein Propaganda Filmer? Wie gerne würde ich glauben das man in einer Bank in Amiland wirklich ein Gewehr über den Tresen gereicht bekommt wenn man ein Konto eröffnet? Wie gerne würde ich die Geschichten über rassistische Wahlwerbung schlucken? Mal ehrlich: den blöden Amis trauen wir sowas doch schon lange zu!
Leider sind diese Geschichten -und noch einige andere- wenn man nach den Berichten durchaus glaubwürdiger Quellen geht nichts weiter als Zuschauerverarsche. Informiert man sich dann noch über Moores Lebensstil (der so garnicht zu jemandem passt der sich mit dem Proletariat solidarisiert) verliert der Film noch mehr an Glaubwürdigkeit.
Natürlich könnte das alles auch nur Teil einer Anti-Moore Propaganda sein, aber warum sollten sich z.B. die Liberalen oder linke Autoren derartiges ausdenken? An dieser Stelle noch ein Zitat von Moore:
"Ich mag richtig oder falsch liegen, aber wenn ich etwas als ein Faktum darstelle, dann müssen mir die Zuschauer vertrauen, dass diese Fakten korrekt sind."
Eine Bewertung spare ich mir deshalb, obwohl ich Moores Filmchen gerne Glauben schenken würde...aber wie sagte mein Opa doch immer so schön: "selber informieren ist besser" (hat meine Opi gar nicht gesagt, klingt aber besser so)
ps: Und die Szene in der Moore das Foto des toten Mädchens auf dem Grundstück von Charlton Heston hinterlässt und dann einfach ganz ruhig und pseudobetroffen aus dem Bild wankt ist unterste Schublade! Hier mißbraucht er einfach eine menschliche Tragödie um sich selbst als Held zu profilieren, arm.
 | "Surprise me!" BETA |
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