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Flucht ins 23. Jahrhundert (1976)

Eine Kritik von Repoman (Bewertung des Films: 9/10)
eingetragen am 13.08.2008, seitdem 269 Mal gelesen


"Logan´s Run" ist ein kongenialer und typischer Vetreter des Science-Fiction-Kinos der 70er. Die Science-Fiction-Filme der 70er kennzeichneten sich besonders durch pessimistische Zukunftsvorstellungen aus und verübten oft Kritik an der Gesellschaft und deren Werte.

Das Bild einer Gesellschaft, das uns dieser Film vermittelt, wirkt recht beängstigend, obwohl noch (hoffentlich) in weiter Ferne: Im 23. Jahrhundert leben alle Menschen isoliert in einer komplett überdachten Metropole, alles wird von Computern automatisch gesteuert, man gibt sich ungezwungen den
Vergnügungen des Alltags hin, erreicht man allerdings das 30. Lebensjahr, muss man sich in ein sogenanntes Karussell begeben, wo man scheinbar erlöst und wiedergeboren wird. Wer dem entflieht, wird als "Runner" von den "Sandmännern" verfolgt und eliminiert.

Logan5 ist ein Sandmann und tritt mit einer jungen Frau in Kontakt, die an dem System Skepsis hegt, und versucht Logan5 zu übereden, mit ihm in die Aussenwelt zu flüchten...

Der Film ist, gemessen an der Entstehungszeit, in jeglicher Hinsicht sehr aufwendig, die Sets sind detailreich und vermitteln überzeugend einen Eindruck einer Gesellschaft in der Zukunft; auch visuell ist der Film sehr einfallsreich und stimmungsvoll.

Der Haupteil des Films beschreibt die Flucht aus der Metropole in die Aussenwelt, aber die Inszenierung weist keinerlei Längen auf, der Film zieht von Beginn an das Interesse des Zusehers auf sich, und hat einen stetigen Spannungsfluss. Stilistisch eher wie ein Abenteuer inszeniert, versuchen unsere Helden, Fallen und Hindernisse zu überwinden und vor den Verfolgern in eine ungewisse Freiheit zu entfliehen.

Abgesehen davon, wie realistisch so ein Szenario sein könnte oder nicht, ein gewisser naiver Charme bleibt haften, was zum einen an dem unübersehbaren 70er Jahre-Flair, oder weil man so eine aufregende Geschichte (mit einem hübschen Mädchen an der Seite die Welt retten) gern selber erleben würde, liegen könnte.
Aber das sollte kein negativer Aspekt sein, vielleicht wurde "Logan´s Run" gerade auch deshalb zu einem Kultfilm. Was aber letzendlich zählt, ist die mögliche Botschaft der Geschichte: Das man seinen Gefühlen und seiner Intuition vertrauen sollte, und sich nicht blind von einem System unterwerfen lassen muss.

Ein grossartiger Film, an dem kein Fan von Science-Fiction-Filmen oder des 70er Jahre Kinos vorbeikommt.

2006 drehte Michael Bay "Die Insel", kein direktes Remake, aber eine Variation des Themas, zeitgemäss natürlich effektvoller und actionreicher, aber nicht unbedingt schlechter.


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