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Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens (1922)
Eine Kritik von Bubimann (Bewertung des Films: 6/10) eingetragen am 01.05.2007, seitdem 1213 Mal gelesen
Nosferatu, ein deutscher stummer Horrorklassiker der, man höre und staune, schon von 1922 ist. Es dauert nur noch 15 Jahre, dann hat der Film satte 100 Jahre auf dem Buckel. Da es bis jetzt nur Reviews gibt in denen er als Meisterwerk beschrieben wird möchte ich mal was schreiben. Ich finde nicht, dass Nosferatu ein Meisterwerk oder ein guter Film ist. Es mag ja sein, dass dieser ururalte Stummfilm ein Meilenstein des Horrorgenres ist, aber mir hat er nicht so zugesagt. Damals war Nosferatu bestimmt ein Meisterwerk, aber heute ist der Film mächtig angestaubt, finde ich zumindest.
Kommen wir jetzt erst einmal zu dem, was auch mir gut gefallen hat. Nosferatu ist von 1922. Mit dem damals möglichen hat man was auf die Beine gestellt. Für damalige Verhältnisse ist Nosferatu mit Sicherheit ein Meisterwerk. Der Film ist wohl auch einer der größten Meilensteine des Horrorgenres. Ohne den wäre das mit dem Horrorfilm heute nicht das was es ist. Das muss man dem Film hoch anrechnen. Es gab ja auch nicht wenige Filme, die ebenfalls Bram Stockers Geschichte vom Grafen als Vorlage nahmen. Ich denke da auch an die Verfilmung von Francis Ford Coppola, die ich ehrlich gesagt besser finde.
Wenn ich mir Nosferatu heute so angucke, dann ist das alles nicht mehr so toll. Ein Film ist nur weil er schon alt ist ja auch nicht gleich schlecht. Ok, Nosferatu ist schon uralt. Aber Un chien andalou stammt aus dem selben Jahrzehnt, und der wurde direkt einer meiner Lieblingsfilme. Es liegt also nicht am Alter, dass mir Nosferatu nicht so zugesagt hat. Irgendwie hat Friedrich Wilhelm Murnaus Gruselfilmchen ja auch was. Es ist schon ganz, ich nenne es mal niedlich, Max Schreck als Dracula zuzusehen. Nicht umsonst hat Farin Urlaub von den Ärzten sich später in seinem Musikvideo zum Lied Sumisu auch als Nosferatu dargestellt. Er sieht Max Schreck ja auch nicht unähnlich. Das mit dem Musikvideo aber nur so am Rande. Wichtig ist jedenfalls, dass Max Schreck als Nosferatu noch heute irgendwie cool ist und er hat ja auch einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. Selbst wer den Film nicht kennt hat, glaube ich, schon mal irgendwo eine Szene aus diesem berühmten Stummfilm gesehen. Gelungen ist natürlich auch die Soundkulisse. Die Musik ist echt geil. Die verschiedenen Schwarzweißstufen, um die unterschiedlichen Tageszeiten zu symbolisieren, kann man auch als gelungen bezeichnen. Für das was damals möglich war ist die Leistung von Friedrich Wilhelm Murnau wirklich beachtlich.
Jetzt kommen wir aber zum Riesenproblem, dass ich mit Nosferatu habe. Der Film ist zäh, unendlich zäh. Es ist gar nicht mal so einfach den Film wirklich bis zum Ende zu gucken und durchzuhalten. Ich weiß nicht mal genau wieso, aber Nosferatu ist keine leichte Kost. So eine Eigenschaft darf ein Meisterwerk auf gar keinen Fall haben, egal wie alt ein Film ist. Man muss natürlich bedenken wie alt Nosferatu schon ist und wie wichtig er für das Horrorgenre ist. Ich hätte diesen Film am liebsten auch gemocht. Es ist ein wirklich bedeutsamer Film, den man aber, es muss mal ganz klar so gesagt werden, heute nicht mehr so leicht ansehen kann, zumindest ich konnte es nicht. Ich war schon ganz froh als er dann endlich zu Ende war und ich mich anderen Dingen widmen konnte. Das Ganze fängt wirklich nett an, aber nach einer Stunde hatte ich dann auch irgendwie keine Lust mehr. Ich habe mich noch so durch die letzte halbe Stunde gequält. Ok, gequält ist einbisschen übertrieben. Bei einem Jochen Taubert Film quäle ich mich. Bei Nosferatu musste ich einbisschen Durchhaltevermögen beweisen. Ich kann selbst gar nicht so genau sagen warum der Film jetzt nicht so leicht zu schauen war, Fakt ist aber das er nicht so einfach anzusehen ist.
Die gruselige Atmosphäre wurde auch genannt. Dazu habe ich ja auch schon in meiner Rezension zu Angel Heart was gesagt. Mit Atmosphäre ist das so eine Sache. Manche Menschen empfinden einen Film atmosphärisch, andere nicht. Bei Nosferatu hat sich bei mir keine gruselige Atmosphäre eingestellt. Dazu war der Film einfach zu zäh. So konnte mich Nosferatu auch in dieser Beziehung nicht überzeugen.
Tut mir echt Leid, aber für mich ist Nosferatu bei weitem kein Meisterwerk, höchstens eine interessante nostalgische Filmerfahrung, die zeigt was letztendlich zum Horror wie wir ihn heute kennen geführt hat. Als Horrorfan sollte man den Film schon gesehen haben, ist auf jeden Fall ein kleines Must-see. Mir hat er auch nicht so zugesagt, aber ich habe mir 90 Minuten Zeit genommen und ihn dann auch bis zum Ende geschaut. Mehr als 6 Punkte sind aber echt nicht drin. Ich hätte ihm wohl auch keine 6 Punkte mehr gegeben, weil er schwer anzusehen war. Ich habe aber berücksichtigt, dass der Film ein Riesenmeilenstein und supersuperalt ist und man mit den gegebenen Mitteln wirklich was auf die Beine gestellt hat. Ihr könnt mich ruhig hassen für meine Bewertung. Ich will auch niemandem von diesem Stumfilmklassiker abraten, aber mein Fall war es nicht.
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