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Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens (1922)

Eine Kritik von Chatterbeast (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 24.06.2003, seitdem 1551 Mal gelesen


Der Makler Hutter soll im Auftrag seines Chefs Knock nach Transylvanien reisen. Dort wohnt Graf Orlok, dem Hutter ein Haus in Wisborg verkaufen soll. Auf dem Weg in Orloks Schloß macht er in einem Wirtshaus halt, wo man sichtlich geschockt über sein Vorhaben ist. Und tatsächlich: Nach der Ankunft bei dem Grafen stellt sich heraus, daß dieser kein Mensch zu sein scheint...

"Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens" ist eine frühe Verfilmung des "Dracula" - Stoffes unter der Regie von F.W. Murnau, einem der bedeutendsten deutschen Filmemacher der 30'er Jahre. Da es dem Filmteam damals aber nicht gelang, die Rechte an "Dracula" zu erwerben, benannte man die Charaktere einfach um und nahm ein paar ganz kleine Modifikationen vor, um die Geschichte unter anderem Namen verkaufen zu können. Allerdings gab es dirket nach Erscheinen des Films Streit um die Urheberrechte, weil die Parallelen zu Bram Stokers Vorlage doch mehr als deutlich wahren. Glücklicherweise ist dieses Meisterwerk aber nicht verboten worden und bis heute in einer, wenn auch wahrscheinlich gegenüber der Ursprungsfassung kürzeren, aber dennoch brauchbaren Version erhalten geblieben.
In "Nosferatu" sind für die damalige Zeit einige sehr eindrucksvolle Spezialeffekte mit einfachsten Mitteln verwendet worden, um den Zuschauer zu ängstigen. Als Hutter mit der Kutsche des Grafen zu dessen Schloß gebracht wird, hat man einfach das Negativ umgedreht, wodurch alles eigentlich schwarze weiß erscheint und umgekehrt. Dadurch entsteht ein seltsamer Verfremdungseffekt, der auch heute noch eine interessante Wirkung entfaltet.
Das geschickte Spiel mit Licht und Schatten zeichnet diesen Film aber ebenso aus. Gerade gegen Ende, wenn Graf Orlok durch das Haus von Hutters Geliebten schleicht, gibt es ein paar sehr berühmte und wirkungsvolle Einstellungen, in denen man nur seinen Schatten mit den gekrümmten Fingern sieht.

Die Schauspieler sind ebenfalls gut besetzt, wobei natürlich besonders die Leistung von Max Schreck hervorgehoben werden muß, der den Grafen Orlok mit einer derartigen Hingabe spielt, daß man ihm die Rolle hunderprozentig in jeder Einstellung abnimmt. Daß sich zusätzlich die Legenden um diesen Schauspieler ranken und fast gar nichts über ihn bekannt ist, paßt hier natürlich perfekt ins Bild.

Insgesamt ist "Nosferatu" einer der großen Klassiker der Horrorfilmgeschichte und somit schon absolut unumgänglich für jeden, der sich mit diesem Genre beschäftigt. Selbst in der heutigen Zeit hat der Film seine Wirkung nicht verloren und ist mehr als sehenswert. Einer der besten Vampirfilme aller Zeiten.
10/10 Punkte


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