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Reine Nervensache 2 (2002)
Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 12.10.2003, seitdem 1757 Mal gelesen
„Analyze this“ war wohl neben „Meet the parents“ Robert de Niros bester Ausflug in den Komödienbereich, die schlicht und einfach von der Ernsthaftigkeit des Ausnahmeschauspielers lebten. Kein Wunder also, dass Harold Ramis nach seinem Erfolg das Team drei Jahre später noch einmal vereinte, um die Mafiososzene erneut zu parodieren.
Während nun Robert de Niro wieder in die Rolle des Mafiapaten Paul Vitti schlüpft, darf Billy Crystal wieder Dr. Ben Sobel geben, seines Zeichens Psychiater. Doch lebte der erste Teil noch von den beiden völlig unterschiedlichen Charakteren und ihrer zwischenmenschlichen Beziehung, sowie der Parodie gängiger Klischees, setzt „Analyze this“ auf puren Slapstick, so dass der Humor kaum noch etwas mit dem Vorgänger gemeinsam hat.
Aus dem ehemals ernsten Charakter Vitti wird eine Witzfigur, der ständig irgendwelcher, durchgeknallter Blödsinn einfällt. Angefangen beim Singen im Knast, über seltsame, neue Aktivitäten in Punkto Film lässt Ramis zwar eine beeindruckende Anzahl an Gags auf den Zuschauer los, doch treffen die nur sehr selten auch ins Ziel, weil altbacken und ausgelutscht.
Vor allem Vittis Verhalten entwickelt hier Ausmaßen, die verglichen mit dem Vorgänger, unmöglich und unglaubwürdig erscheinen. Zumindest Billy Crystal gelingen noch ein paar Pointen, obwohl er unter dem massiven Drehbucheinfluss von FBI und bröckelnder Beziehung zu Lisa Kudrow (die im zweiten Teil komplett untergeht) nicht so schalten und walten kann, wie man es aus „Analyze this“ gewohnt war.
Wäre die Chemie zwischen de Niro und Crystal nicht so stimmig, würde Ramis die Karre wohl vollends in den Sand setzen, da das Drehbuch aufs Ende zulaufend immer aberwitzigere Ideen entwickelt, Vitti schließlich wieder seine kriminelle Ader wieder entdeckt und trotz Goldraub die Chose zu einem harmonischen, wenn auch nicht ganz glaubwürdigen Ende führt.
Fazit:
Enttäuschende Fortsetzung, die nur dank der beiden Hauptdarsteller anschaubar bleibt. Der Stil des Humors hat sich wie die Charaktere ins Negative verändert, so dass die Qualität des Vorgängers nicht erreicht wird.
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