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Dead Man (1995)

Eine Kritik von Puty Willi (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 08.09.2006, seitdem 581 Mal gelesen


" Man muss gar nichts, außer sterben"

Diesen Satz nimmt Independentikone Jim Jarmusch als Ausgangspunkt für den vielleicht seltsamsten Western aller Zeiten. Dead Man ist so herrlich unkonventionell, das er selbst für abgebrühtere Filmgucker eine Herausforderung darstellt. Schon allein in den ersten Filmminuten strapaziert Jarmusch die Geduld des Publikums aufs härteste. Auch ich bin der Meinung das er es in einigen Szenen übertreibt. Ebenfalls wirken manche Dialoge und Szenen überflüssig. Doch trotzdem ist Dead Man zumindest für mich noch immer ein unglaublich interessanter Film, der in einigen Einstellungen wie ein Kunstwerk wirkt. Sicherlich inszeniert Jarmusch einen zynischen Abgesang auf den Wilden Westen, doch er zielt bei genauerem Hinsehen deutlich noch auf Höheres

Wie anfangs schon erwähnt und auch aus dem Titel des Films zu entnehmen geht es in Dead Man um den Tod, oder besser gesagt um die Reise zum Tod. Johnny Depps Hauptcharakter William Blake sei schon tot erklärt ihm der Indianer Niemand. Dies ist eine der vielen Szenen die zum interpretieren einladen. So scheint Blake sich anfangs noch nicht mit seinem Tod abzufinden. Doch ab der Szene mit dem Rehkitz scheint er sein baldiges Sterben akzeptiert zu haben. Doch das würde jetzt alles zu weit greifen. Fest steht das der Film den Zuschauer, trotz der einfachen aüßeren Handlung, zum Nachdenken auffordert. So kritisiert Jarmusch in einer Szene noch den Waffenwahn in Amerika ( die Frau begründet Depps Frage nach einer Waffe mit einem " Wir sind hier in Amerika) und in einer anderen den Rassismus ( die Szene mit dem Missionar).

Doch Dead Man wäre gar nichts ohne seine fantastischen Schwarz-weiß Bilder und die zwar monotone , aber trotzdem fesselnde Musik von Neil Young. Seine harten E-Gittaren Riffs unterstreichen die kunstvollen Bilder einwandfrei.
Bei den Schauspielern gibt es nichts zu meckern. Allen voran natürlich Johnny Depp, der mal wieder ausgezeichnet agiert. Auch klasse ist der unbekannte Gary Farmer als Indianer. Zusammen ergeben die beiden ein sehr seltsames Duo, das einem doch irgendwie sympathisch ist. Ebenfalls überzeugen können die zahlreichen, bekannten Nebendarsteller, von denen einige nur sehr kurz zu sehen sind. Doch bei Jarmusch sind viele bereit ohne Geld mitzumischen unter anderem dabei sind: Robert Mitchum, Gabriel Byrne, Billy Bob Thornton, John Hurt, Alfred Molina und Lance Henriksen.

Fazit: Dead Man ist sicher kein Film den man sich besonders oft ansieht, dafür ist er einfach zu sperrig. Doch insgesamt kann man behaupten ein kleines Kunstwerk gesehen zu haben, das visuell und akkustisch ausgezeichnet miteinander harmoniert und inhaltlich doch eine Herausforderung darstellt.
8,5/10


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