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25 Stunden (2002)

Eine Kritik von Kenji (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 02.10.2004, seitdem 313 Mal gelesen


Monty ist ein Mensch dem es im Leben fast nie an etwas gefehlt hat. Doch eines Tages entdecken Drogenfahnder in seiner Wohnung in den Sofapolstern ein ganzes Kilo Ace. Monty wird verhört und kommt vor Gericht schließlich auf 7 Jahren die er absitzen muss. Der Film erzählt seine letzten Stunden bevor er inhaftiert werden soll. Gemeinsam mit seinen Freunden geht er auf eine Party die von der Mafia für die er arbeitete organisiert wird, und langsam aber sicher beginnen die wahren Gesichter der Freunde zum Vorschein zu kommen. Verrat und Intrigen beginnen alles durcheinander zubringen.
"25 Stunden" ist ein bewegendes Drama, sowohl über das harte amerikanische Rechtssystem als auch über den Terrorismus. Zwar sind viele Stellen im Film an den "11. September" angelehnt, so sieht man bei einem Dialog am Fenster etwa 5 Minuten lang den Ground Zero oder man hört das andere "Ich" von Monty über die Zustände und Leute wie Bin Laden herziehen, aber alles in allem wirkt das ganze - zumindest in meinen Augen - mehr aufgesetzt als in die Geschichte mit eingebunden. Ständig heben sich diese Teile der Geschichte hervor, weil sie einfach nicht richtig in den Rest passen. Des Weiteren werden auch die Persönlichkeiten und Stände der anderen Freunde von Monty belichtet. Auf der einen Seite ist da der eher in sich gekehrte Lehrer dem es schwer fällt richtige Bindungen einzugehen und der mit seinem gesamten Umfeld kaum klarkommt, was darin endet das er sich in eine 17jährige Schülerin von ihm verliebt, und auf der anderen Seite der von sich selbst überzeugte, risikofreudige Börsenmarkler der nach Außen hin oberflächlich wirkt, weil er selbst aufgehört hat sein Inneres zu begreifen. Dies alles wird an einem Abend klar und sorgt für einige Konfrontationen zwischen den Figuren.
Der Film wirft viele Fragen über aktuelle Probleme und Missstände auf, hauptsächlich bezogen auf amerikanische Gefängnisse, die Veränderung der Menschen, ihrer Persönlichkeit und über die Rechtslage an sich. Inszeniert von fabelhaften Schauspielern die allesamt mit ihren Rollen zusammenfließen und eine erstaunlich bedrückende Atmosphäre schaffen. Begleitet von einem sehr passendem Soundtrack und ausgestattet mit wirklich gut gemachten Dialogen weist der Film kaum erwähnenswerte Längen auf. Am Ende des Films wird dann in einer Traumseuqnez von Monty noch einmal kurz das Grundprinzip des Traumes eines jeden Mannes gezeigt, ein Haus, viele Kinder, ein Job, und die Frau die man liebt. Doch als man dann wieder den schlafenden Monty auf dem Beifahrer sitz sieht und einem klar wird das all das für diesen Mann, der seine Fehler schon vor dem Gefängnis begriffen und dafür gelitten hat, nie wahr werden wird, spätestens dann begreift man das irgendwas in diesem Land deutlich falsch ist.
Einer der Filme über die es sich zu nachdenken lohnt. Auf jeden Fall ein Must-See.

8/10


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