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Stunde des Jägers, Die (2003)

Eine Kritik von Ulthar (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.10.2003, seitdem 318 Mal gelesen


William Friedkin war einmal ein wahrlich genialer Regisseur. Meisterwerke wie "French Connection" und "Der Exorzist", sind auch heute noch eindrucksvoller Beweis für das Talent des Mannes. Leider wurde es danach stiller um ihn, und auch die Auswahl der Stoffe war nicht immer glücklich, ich erinnere nur an den Erotik Thriller Schwachsinn "Jade".

Mit "Die Stunde des Jägers" kehrt Friedkin zurück zu seinen Wurzeln. Denn ähnlich wie "French Connection" ist auch die "Stunde des Jägers" eine gnadenlose Hetzjagd, in der es kein Erbarmen gibt.

Aaron Hallam ( Benicio del Torro ) ist ein ehemaliges Mitglied einer Special Einheit, die im Kosovo Krieg gezielt Mordanschläge ausführte. Ausgebildet wurde er damals von L.T. Bonham (Tommy Lee Jones), der sich inzwischen im Norden zur Ruhe gesetzt hat, und nur noch für den Wilde Life Found tätig ist. Als in einem Waldstück zwei Jäger gefunden werden, die ausgenommen und zerteilt wurden, holt das FBI L.T. zurück. Alles deutet darauf hin, das Hallam seit dem Krieg ein Trauma hat, und sich inzwischen an Jägern vergreift, die mit Hightech- Waffen durch die Wälder streifen, und somit die Kunst des Jagens entehren. Recht schnell ist Hallam gefunden, und es kommt zum Wiedersehen mit L.T.. Als Halam fliehen kann entwickelt sich eine gnadenlose Hetzjagd durch die Stadt, die schließlich an der Grenze zur Wildniss ein Ende findet.

Der Film lebt ganz klar vom Psycho Duell der beiden Hauptdarsteller. Tommy Lee Jones spielt die harte Variante seiner Rolle aus "Auf der Flucht", und Del Torro gibt den traumatisierten Krieghelden als eine Art realitätsfernen Rambo. Die stärksten Szenen hat der Film dann auch wenn die beiden auf einander treffen.

Die Action ist durchweg hart und brutal in Szene gesetzt. Es kommt ausschließlich das Messer zum Einsatz, und es wird keinerlei Rücksicht genommen. Auch im finalen Kampf der beiden Hauptdarsteller kommt keiner der beiden ohne Blutverlust davon. Diese Direktheit und Härte hebt den Film auch von den Actionfilmen der letzten Jahre merklich ab. Der Film kommt komplett ohne Ironie oder Coolness aus. Es geht vielmehr um die Charaktere und ihre Beziehung zu einander. Schade, dass hier nicht noch mehr Augenmerk auf den Ausbau der beiden Protagonisten gelegt wurde. Da wurde sicherlich viel an Potential verschenkt, das den Film von einem harten Standard Action Werk zu einem wirklich meisterhaften Psychothriller hätte machen können.

Abschließend muss man sagen, das Friedkin mit diesem Film sicherlich wieder auf dem richtigen Weg ist, und er einen der härtesten und brutalsten Actionfilme seit langem abgeliefert hat. Als Kritikpunkte bleiben der Beginn im Kosovo, der sich absolut nicht in die Optik und den Stil des Rests einpassen will und die schlecht und oberflächlich gezeichneten Charaktere. Trotzdem 6 von 10 Punkten.


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