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Stunde des Jägers, Die (2003)

Eine Kritik von John T. Chance (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 18.11.2003, seitdem 294 Mal gelesen


William Friedkin liefert mit diesem Action-Thriller einen durchaus harten, aber auch zu konventionellen Film ab. Der etwas gealterte Tommy Lee Jones kommt an seine Paraderolle (ebenfalls als Jäger) in „Auf der Flucht“ bei weitem nicht heran. In den Nahkampfszenen ist er zwar schon beweglich, aber teilweise wirkt er so steif wie Donald Pleasance in den letzten Halloween-Filmen. Er, wie auch sein Gegenpart Benicio Del Toro spielen sich solide durch den Film und passen sich dem Niveau damit an.

Die Anfangsszenen im Kosovo sind sehr dunkel gehalten, wodurch man zwar die Brutalitäten nicht zu graphisch (sprich: blutig) sieht, der Szenerie jedoch eine dennoch beängstigende Atmosphäre verleiht. Die hier vermittelte Beklemmung erreicht der Film dann zu keiner Zeit mehr. Die psychologische Komponente bezüglich des Killers wird in meinen Augen viel zu oberflächlich thematisiert. Da sich der Film anschließend ausschließlich dem aktionsreichen Duell Schüler – Lehrer widmet, scheint es mir so, als wäre die hier vorgebrachte Beschreibung von Del Toro’s Innenleben überflüssig. Sein Charakter bleibt während des gesamten Films seltsam blass.
Sehr unglaubwürdig erschien mir zudem die Tatsache, dass der Bösewicht gleich mehrfach fliehen konnte, obwohl von FBI-Einheiten nahezu lückenlos umzingelt. Nachdem er sich z.B. von der Brücke in den Fluss stürzte, sieht man in der nächsten Szene die Cops irgendwo in einem Gebäude beratschlagen, was zu tun sei, anstatt mit Helikoptern und Unmengen von Suchstaffeln den Verbrecher im Wasser zu verfolgen. Na klasse!

Natürlich verzichtet auch Tommy Lee auf Schusswaffen, weil’s vielleicht unehrenhaft ist, keine Ahnung!
Diese Aspekte führen einfach dazu, dass die Handlung an einigen Stellen sehr unglaubwürdig und konstruiert wirkt, was dem ohnehin überraschungsarmen Drehbuch zusätzlich schadet. So bleiben einige Verfolgungsjagden (was Friedkin ja schon vor über 30 Jahren konnte) und vernünftig choreographierte und fotographierte Action-Sequenzen, welche es aber nicht schaffen, diesen Film über’s Mittelmaß zu heben.

4/10


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