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Quiet Earth - Das letzte Experiment (1985)

Eine Kritik von Tool (Bewertung des Films: 5/10)
eingetragen am 16.10.2003, seitdem 1561 Mal gelesen


Zac Hobson wacht wie jeden Tag in der Früh in seinem Bett auf. Der Radio funktioniert nicht mehr, seine Telefonate schlagen fehl, da am anderen Ende der Leitung nie jemand abhebt. Ein wenig verwundert macht sich Zac jedoch, selbstverständlicher Weise, auf den Weg zu seiner Arbeit, einem riesigen Labor. Doch während seiner Anfahrt sieht er keinen Menschen. Die Tankstelle, die er aufsuchen muss, ist zwar geöffnet, aber völlig verlassen. Autos stehen mitten auf den Straßen, von Fahrern jedoch keine Spur. An seinem Arbeitsplatz angekommen, bemerkt er das Unfassbare. Einer seiner Mitarbeiter sitzt tot und völlig entstellt auf seinem Stuhl. Die Welt ist anscheinend Opfer eines fehlgeschlagenen Versuchs geworden, der einer riesigen atomaren Explosion gleicht. Zac scheint der einzige Mensch auf der Welt zu sein. Er beginnt, zu randalieren und alles zu zerstören. Er spielt Gott. Er fühlt sich wie Gott. Bis er doch noch auf Zivilisten stößt...

Man was hatte ich Erwartungen von diesem Film. Er hat sehr gute Kritiken bekommen, zudem riss mich die Handlung vom Hocker. Und die Neuseeländer waren schon immer gute Filmemacher. Unbekannt ist "Quiet Earth" auch, also hat man es nicht mit irgendeinem klischeebeladenen Hollywoodfilm zu tun. Naja, trotz alldem würde ich "Quiet Earth" eher als misslungen, anstatt als heimliches Meisterwerk bezeichnen. Es fängt ja noch alles gut an, lang wird nichts geredet.
Gut, wie auch, wenn Zac die erste halbe Stunde die einzige Person ist, die man sieht?
Na ja, auf jeden Fall passt da noch die Atmosphäre und alles erscheint noch halbwegs realistisch. Mit zunehmender Spieldauer verhält sich Zac aber immer unnachvollziehbarer. Gut, niemand von uns kann sich in die Lage hereinversetzen, aber dass man da zu rebellieren beginnt und anfängt, Frauenkleider anzuziehen, wage ich zu bezweifeln. Apropos zweifeln. Zac verzweifelt viel zu wenig, er sieht das meines Erachtens alles viel zu locker. Da hätte man viel mehr Gefühle spielen lassen können, Zacs Auswegs- und Hoffnungslosigkeit damit unterstreichen, alles dramatischer machen. Nicht, weil man es dramatisch machen muss, sondern weil das Ganze ja dramatisch ist. Teilweise wirkt alles fast schon lakonisch, wenn Zac zum Beispiel seine Rede vor all den im Garten aufgestellten Pappfiguren hält, während er seine Ansprache immer wieder mit aufgenommenen Schreien eines Volkes unterbricht.

Ich hatte mir viel mehr Endzeitstimmung erwartet, denn wo soll man sonst eine erwarten, wenn nicht hier? Da ist "Mad Max", so übertrieben und comichaft der teilweise auch sein mag, düsterer und bedrohlicher. "Quiet Earth" stellt aber über die meiste Zeit nicht mehr als eine Satire dar, finde ich. Über die vielen Versuche und ihre möglichen, vernichtenden Folgen. So was wie Dramatik oder Spannung kommt aber erst gar nicht auf. Mit dem Auftauchen von Joanne und Api wird alles noch langweiliger, die eingespielten Computer-Effekte sind auch eher lächerlich als handlungsfördernd.

Das Ende mag dann doch zum Interpretieren anregen, aber bei solchen Filmen ist man nicht unbedingt motiviert, nach dem Abspann nochmals über das eben Gesehene nachzudenken, denn es überwiegt die Freude und Erleichterung darüber, dass er denn endlich aus ist. Sicherlich ist "Quiet Earth" kein peinliches Stück Filmgeschichte, auch kein schlechter Film, nur eben auch kein Meisterwerkchen. Sondern einfach nur Durchschnitt, von dem wirklich nichts erwartet werden kann. Ein wenig Anspruch mag vorhanden sein, Tiefgang jedoch keiner. Schade!5,5/10 Punkte


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