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Wag the Dog - Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt (1997)

Eine Kritik von JahRose (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 25.12.2006, seitdem 444 Mal gelesen


Der Präsident der Vereinigten Staaten hat ein Problem: Kurz vor der Wahl ist er in einem Sexskandal verwickelt und die Gegenseite nutzt diese Gelegenheit aus den Präsidenten fertig zu machen. Winifred Ames (Anne Heche), die für den Präsidenten arbeitet, kennt nur einen Mann, der den Ruf des Präsidenten wieder herzustellen und ihn zu einer weiteren Amtszeit verhelfen kann: Conrad Brean (Robert De Niro).

Conrad Brean lässt die Ereignisse Revue passieren und fasst einen Entschluss. Amerika zieht gegen Albanien in den Krieg. Doch das ist nur Vordergründig, denn in Wirklichkeit findet gar kein Krieg statt. Dieser Krieg ist bloß eine Inszenierung und dient dem Präsidenten als Ablenkungsmanöver.

Als Unterstützung für sein spezielles Projekt, bittet Brean Filmproduzenten Motss (Dustin Hoffman) um seine Hilfe. Motss ist erst wenig begeistert von der Idee, doch bald findet er Gefallen an Breans Plan.

Motss und sein Team drehen einen waschechten Film. Alles was eine gute Story braucht, wird gnadenlos verbraten. Opfer, Helden, Kriegssong, ein paar Explosionen hier und dort und fertig ist sein Konzept. Diese Lüge wird dem amerikanischen Volk aufgetischt und oh wunder, das Volk schluckt es.

Dennoch gibt es ja noch die Seite des Gegenkandidaten und nicht zuletzt die C.I.A., die die Story nicht ganz glauben kann.

Kritik:
Der Film ist eine ganz klare Kritik an die Clinton Regierung. Clinton hatte in den 90ern einen ähnlichen Skandal (allgemein als die Lewinsky-Affäre in die Geschichte eingegangen). Allerdings wird hier eine augenzwinkernde Kritik ausgeübt. Die Aussage ist, dass Politik ohne den Medien nicht auskommen kann. Frei nach dem Motto: Gewinne das Volk durch die richtige Propaganda.

Im Film erscheint einige Male der schlecht gemachte Werbespot des Präsidenten. Der idiotische Spot passt auch hervorragend zu dem Präsidenten im Film: Er ist Nichtssagend und leer. Der Präsident ist in dem Film kein Macher, sondern einer der machen lässt. Dabei ist er weder hilfreich noch scheint es, dass er von irgendetwas eine Ahnung hat. Durch sein Einmischen behindert er sogar das Team, dass zusammengekommen ist um ihm zu helfen.

Brean hat eine gewisse beruhigende Ausstrahlung. Er wird nicht laut, er ist nicht leidenschaftlich, aber er ist stets genau im Bilde und weiß was er zu tun hat. Er ist ein Denker, ein Mann im Hintergrund, der nur dazu da ist, um schwer zu bewältigende Probleme zu lösen. Keiner weiß genau was er vorher gemacht hat oder kann was annähernd genaues über ihn sagen. Brean ist kein Mann der Medien und nicht auf der Suche nach Anerkennung. Dass er nicht nur angenehme Aufgaben hat, wird gegen Ende des Films relativ deutlich. Aber das ist nun mal sein Job. De Niro verkörpert diesen Charakter sehr gut.

Filmproduzent Stanley Motss ist nicht wie Conrad Brean. Er ist nicht der ruhige, berechnende Mann, der gern im Hintergrund steht. Motss hat Visionen und glüht nur so vor Leidenschaft. Anfangs als Brean im das Angebot gemacht hat, einen nicht existierenden Krieg zu drehen, ist Motss eher gelangweilt. Doch kaum hat er zugesagt, befindet er sich im Auge des Sturm. Nichts scheint für Motss ein unüberwindbares Problem zu sein. Auch wenn die C.I.A., die Gegenpartei und der Präsident selber ihre Mission behindern, bleibt Motss gelassen und hat stets ein Ass im Ärmel. Kaum ist die Geschichte beendet und der selbstgemachte Krieg vorbei, ist Motss am Boden zerstört. Niemand wird jemals erfahren, dass er es war, der dieses Meisterwerk vollbracht hat.

Motss begreift seine Arbeit nicht als Dienst für Präsidenten, wie es Brean tut. Viel mehr sieht er sie als große Kunst, die der Präsident und auch Brean nicht zu würdigen weiß. In der Rolle des Stanley Motss, hat Hoffman ein breiteres Spektrum als Robert De Niro bei seinem Brean Charakter. Am Ende bleibt Motss der tragische Charakter des Films, der sich mit den falschen Leuten eingelassen hat.

Die Frage für mich ist nicht, ob man einen Krieg vortäuschen kann, sondern in wie weit man das Volk tatsächlich manipulieren kann.

Die einzige Schwäche des Films sind die Nebenrollen. Schauspieler wie Woody Harrelson, Anne Heche, William H. Macy sind im Film zwar mit anwesend, aber ihre Rolle hätte genauso gut jeder andere spielen können.


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