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Herr der Ringe: Die Zwei Türme, Der (2002)

Eine Kritik von Ultimate87 (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 27.07.2011, seitdem 155 Mal gelesen


Der Mittelteil einer Trilogie ist allzu oft dazu da, das Finale vorzubereiten. Die Charaktere werden wie Schachfiguren in die letzte Position gebracht und die wichtigsten Passagen und größten Szenen für das Ende aufgespart. Manchmal führt das auch dazu, dass der zweite Teil der gelungenste ist, beispielsweise "Das Imperium schlägt zurück". Bei "Der Herr der Ringe: Die zwei Türme" ist es allerdings eher so, dass man das Finale erarbeitet.

Viele neue Figuren lernt man kennen, Theoden, Grima Schlangenzunge oder Baumbart, die allesamt toll getroffen wurden. Ebenso gelungen sind die Actionszenen und Schlachten. Beim Kampf um Helms Klamm geht vieles zu Bruch, Kämpfe und Spezialeffekte sind top, ebenso Kameraarbeit und Sound, was den leisen Wunsch hegt, die Trilogie mal in den Kinos in 3-D zu bewundern.
Gimlis zunehmende Garantie für One-Liner bringt Witz in die ansonsten düstere Story, was mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Allerdings verlässt Peter Jackson an einigen Stellen die Dynamik des ersten Teils, widmet manchen Szenen zu viel Zeit. Insbesondere die Episode, in der Aragorn als tot gilt und die entsprechende Gefühlsduselei mit Arwen nerven. Gerade ihr wird ein wenig zu viel Zeit geschenkt.
"Die zwei Türme" hat nicht mehr die Vielzahl an verschiedenen Locations zu bieten wie "Die Gefährten", was ein wenig Abwechslung kostet. Zwar kommen Rohan und der Fangorn dazu, aber die Gangart ist in der ersten Hälfte etwas gemäßigter, weshalb sich Jackson eben auch solche Sachen wie Aragorns Beinahe-Tod leisten kann. "Die zwei Türme" hat einige Längen, löst diese aber stets durch atemberaubende Landschaftsaufnahmen oder eindrucksvolle Kämpfe auf.

Die Schauspieler verkörpern wie schon im Erstling die Figuren mit viel Fingerspitzengefühl. Im zweiten Teil kommt der heimliche Hauptdarsteller der gesamten Reihe hinzu, Gollum, toll "gespielt" von Andy Serkis und phänomenal animiert, was die Geschichte mit dem Ring auch wieder interessant macht, denn Frodos Bürde würde irgendwann auch zu Leerlauf führen.

Fazit: Der zweite und mittlere Teil der "Herr der Ringe"-Reihe ist der schwächste in meinen Augen, dennoch ein bemerkenswertes und mehr als ansehnliches Abenteuer-Epos mit tollen Schlachten, gelungenem Witz und ordentlich Pathos und Dramatik.


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