Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 9/10) eingetragen am 03.03.2003, seitdem 1367 Mal gelesen
Wie der Titel schon sagt machen alle in dieser rabenschwarzen Komödie „Keine halben Sachen“.
Nicholas ’ Oz’ Oseransky (Matthew Perry) ist ein Zahnarzt gegen den sich das Leben verschworen zu haben scheint. Sein Stiefvater hat ihm einen Riesenberg Schulden und eine dämonische Schwiegermutter hinterlassen und seine Frau Sophie (Rosanna Arquette) würde ihn am liebsten tot sehen. Klar, dass Matthew Perry hier mal wieder vollkommen in seiner Rolle aufgeht, wenn er als gestresster, liebenswerter Pechvogel von seiner Umwelt missachtet wird und einem Nervenzusammenbruch nach dem anderen hat.
Dann zieht zu allem Überfluss noch Jimmy ’Die Tulpe“ Tudeski (Bruce Willis) neben ihm ein. Der ehemalige Mafiakiller ist nach Kanada gezogen, weil er seinen Paten in New York verpfiff, um nur fünf Jahre im Gefängnis zu sitzen. Doch widrigerweise freunden sich der Profikiller und der Zahnarzt an. Willis ist hier unendlich cool und steht damit im Gegensatz zu seinen früheren Komödienparts, wo er auch eher der Spaßvogel war. Doch hier ist er noch komischer als früher.
Allerdings hat Sophie einen Plan: Oz soll nach Chicago fliehen, Jimmy verpfeifen und eine Art Kopfgeld kassieren – in diesem Falle willigt sie in die Scheidung ein und lässt ihn in Ruhe. Widerwillig fliegt Oz nach Chicago, hat aber gar nicht die Absicht Jimmy zu verpfeifen. Doch auch so wird er in turbulente Ereignisse mit hineingezogen in denen Mafiosi, Jimmys Ex-Frau Cynthia (Natasha Henstridge) und seine Zahnarzthelferin Jill (Amanda Peet) größere Rollen spielen und jede Menge Leichen seinen Weg pflastern...
Die Handlung von „Keine halben Sachen“ ist in Ordnung mit solider Spannung und einigen guten Wendungen, bildet aber in erster Linie eine Folie für die Gags in dem Film. Zudem finden sich immer wieder kleine Anspielung auf Klischees des Gangsterfilmgenres, die das im Bezug auf den Plot eher dünne Drehbuch aufbessern.
Ganz und gar nicht dünn sind hingegen die vielseitigen Gags. „Keine halben Sachen“ strotzt nur so vor Doppeldeutigkeiten, Wortwitz und coolen Sprüchen, dass man die eher maue Handlung schnell vergisst. Willis wirkt hier am witzigsten, weil er eben nicht andauernd den Clown raushängen lässt, sondern immer coole Sprüche und Lebensweisheiten ablässt – was sich auch auf seine bisherigen Rollen anspielt. Matthew Perry hingegen bildet den hektischen und ebenfalls urkomischen Gegenpol, der ständig am Rande eines Nervenzusammenbruchs steht und mehr den Slapstick zeigt –ähnlich seinen Rollen in „Ein Date zu Dritt“ und der Serie „Friends“. Zudem ist seine Rolle herrlich herzensgut in einem Ensemble voller Figuren, die nur daran denken, irgendwen umzubringen oder umbringen zu lassen. Dazu kommen noch jede Menge skurrile Einfälle und Figuren, die sämtliche Klischees parodieren.
Willis und Perry bilden ein urkomisches, ungleiches Gespann, welches wunderbar harmoniert und mit den beiden wohl seine Idealbesetzung gefunden hat. Mit Charme und Sex-Appeal überzeugt Newcomerin Amanda Peet, aber auch Rosanna Arquette und Natasha Henstridge können punkten. Besondere Glanzlichter sind aber die Auftritte von Michael Clarke Duncan und Kevin Pollak, die ebenso gut sind wie die beiden tollen Hauptdarsteller.
Zwar ist die Handlung von „Keine halben Sache“ eher schwach, aber das stört angesichts des Feuerwerks aus schwarzhumorigen Gags überhaupt nicht. Für Willisfans wie mich eh ein Muss.
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