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Keine halben Sachen (2000)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 02.06.2004, seitdem 2255 Mal gelesen


Bruce Willis versucht sich seit dem Ende seiner Actionkarriere, die seit „Tears of the sun“ wohl doch nicht so endgültig beendet scheint, mit seinen beschränkten Fähigkeiten in den verschiedensten Genres. Nach Drama, Satire, Mystery und Romanze nun also eine Komödie und die fällt überraschend witzig aus, weil Willis ernst bleibt.

„The Whole Nine Yards“ lebt in voll Zügen von seinen Darstellern und weniger von der Konstellation. Als Zahnklempner Nicholas Oseransky (Matthew Perry, „Friends“), kurz Oz, als Nachbarn den berüchtigten Auftragskiller Jimmy „Die Tulpe“ Tudeski (Bruce Willis, „Die Hard, „The Last Boy Scout“) begrüßt, ist es mit dem sowieso schon nicht ganz ruhigen Familienleben vorbei. Seine Frau verlangt von ihm, dass er in Chicago seine ehemaligen Arbeitgeber informiert, die auf den Tudeski eine fürstliche Belohnung ausgesetzt haben. Gesagt, getan und schon befindet sich Oz im größten Schlamassel, da die Mafiosos natürlich nicht so handeln wie er es erwartet. Klar, dass Oz jetzt nicht nur mächtig Schiss vor der Mafia, sondern auch vor Jimmy hat.

Bruce Willis bleibt bierernst und gibt die coole Berühmtheit mit sichtlichem Spielspaß, treffsicherem Wortwitz und kann im Rahmen seiner Fertigkeiten überzeugen, wobei ihm die Rollen der Vergangenheit einen Ironiebonus einbringen. Ihm zur Seite ein netter und extrem höflicher Matthew Perry, der hyperaktiv und wie auf Drogen ehe er es sich versieht in Morde verwickelt wird und feststellen muss, dass in seinem Bekanntenkreis kaum jemand das ist, was er zu sein scheint. Er hat dann auch die Lacher auf seiner Seite, wenn es um tollpatische Gags und Fettnäpfchen geht (Das Rennen gegen geschlossene Scheiben, etc). Als Support dürfen neben einem bärigen Michael Clarke Duncan („The Green Mile“, Armageddon“, „DareDevil“) noch zwei hübsche Darstellerinnen ihr Aussehen zum Besten geben. Zugegeben, Natasha Henstridge („Species“, „Ghosts of Mars“) hat auch hier wieder nicht viel drauf, aber Amanda Peet, zwischendurch auch oben ohne, ist als wandelbares, quietschfideles Nachwuchskücken einfach zum Einrahmen.

Der Plot bleibt nur Zweckmittel und auch die Gags bleiben oft schwach, so dass der Film nicht das Zeug zu einer Lachorgie hat. Dennoch gelingen Regisseur Jonathan Lynn immer wieder Sympathiepunkte, wenn der Beruf nicht allzu ernst genommen wird und die Entsorgung der Leichen mit einer unbekümmerten Leichtigkeit von statten geht. Leider hat der Film nach grob einer Stunde sein Pulver verschossen und damit ist auch die Story schon fast zu Ende, beziehungsweise wird auf ein Happyend weitergesponnen, ohne noch wirklich gute Gags zu servieren.

Fazit:
Mit „The Whole Nine Yards“ gelang Jonathan Lynn eine nette Komödie, die vor allem von der Spielfreude der Hauptfiguren, Wortwitz und guter Laune lebt. Bahn brechend ist das Gezeigte nie, aber sehr unterhaltsam allemal. Hier fand sich eine Crew zusammen, bei der die Chemie stimmte, um ganz kräftig auf Parodie und Slapstickhumor zu setzen. Mal schauen, was die Fortsetzung bringt – hoffentlich bissigeren Humor und mehr holde Weiblein.


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