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Solaris (2002)

Eine Kritik von Achanjati (Bewertung des Films: 4/10)
eingetragen am 09.01.2006, seitdem 763 Mal gelesen


Bei Dr. psy. Chris Kelvin klingelt es, nachdem er sich eklig in seinen Männerfinger geschnitten hat, an der Tür. Da stehen dann Leute, die sagen, daß sie mal seine Hilfe bräuchten. Dann zeigen sie ihm einen Film, und dann fliegt Dr. psy. C. K. auf eine einsame Station irgendwo im Weltraum. Da siehts ganz schön einsam aus, als er reinkommt. Niemand da. Nur ganz ruhige - und dann aber auch gar nicht mal so schlechte - Musik, die, wenn ich nicht irre, sogar im Katatoniaalbum "Viva emptiness" Weiterverwendung findet. Läuft herum und findet Blut!!!
Ja, Blut an Wänden, Decken, Böden - Mann, was ist das hier zum Öden! Nachdem er viel herumgelaufen ist und der Zuschauer gespannt genug ist, hört er Neunzigerjahrehiphopmucke und geht dann dahin, wo sie herkommt. Dort trifft er endlich einen, der auf der Station wohnt, und so nimmt das Unheil seinen Lauf... Der Stationsbewohner gibt ihm nämlich einen Tip: Wenn du schlafen gehst zur Nacht, sieh, daß man die Tür bewacht! - will sagen, er soll sich einschließen, wenn er vor lauter Langeweile einschlafen möchte. Dabei passiert aber etwas Unerwartetes, denn plötzlich sitzt seine suizitär verstorbene Liebe am Bettrand. Nanu! Wo kam die denn her?
Ja, das weiß der Film dann auch nicht so gut zu erklären, man weiß nur, daß der Planet das macht. Gut, daß der sowas kann - aber wie ist nun damit umzugehen?...
Schlaf ein. Ich persönlich finde G. Clooney für die von ihm gespielte Rolle ganz ungeeignet, denn so ein richtiger Mann wie er paßt eigentlich nicht wirklich zu der Figur eines passiven Akademikers und rein geistig arbeitenden Psychologen. Und so übermäßig klug wird er auch nicht dargestellt, und man fragt sich, warum die Klingelleute für den von ihnen als besonders speziell wahrgenommenen Raumstationsfall nicht eine etwas gewitztere Psychoikone gewählt haben. Naja, gut, C. Kelvin ist ein Freund vom Raumstationschef; mit Vitamin B läuft eben auch in zukunft alles besser.
Fein. Dann passiert halt irgendwie so ein bißchen was und die gute Musik ist wieder da, und es gibt viele Rückblenden, in denen man dann nochmal sehen kann, wie C. K. sich eklig in seinen Männerfinger schneidet und dann ist der Film irgendwann vorbei und C. K. weiß, daß es SIE noch gibt, und daß SIE in seinen Gedanken weiterlebt. Oder so.

Der Film ist weder gut zu nennen, noch ist er als gänzlich schlecht zu verwerfen. Er ist aber auch kein richtiges Mittelmaß, denn dafür fehlt ihm die Solidität. Dazu ist die C.K.-Rolle auch einfach falsch besetzt. Clooney sieht zu kräftig und gesund aus, um in solch einem Film, der von verstörten Psychen und komischen Vorkommnissen handelt, mitzuwirken.
Manche Momente sind dann aber auch so gestrickt, daß sie doch ein bißchen emotionalisierend wirken, und man kann den Film auch ganz gut goutieren, und die Stimmung der Verlassenheit wird auch nicht unbedingt so schlecht vermittelt.

Alles in allem
4 v. 10 Pktn.


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