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Solaris (2002)

Eine Kritik von cheministry (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 06.10.2006, seitdem 281 Mal gelesen


Es gibt Filme, die sich in die Länge ziehen, sich in Subplots verlieren oder es einfach nicht schaffen, Interesse zu wecken. Für mich verhält es sich bei diesem Film irgendwie andersherum. Abgesehen davon, ob nach der grossartigen Verfilmung von Tarkovskis Buch aus den 70ern eine Neuinterpretation Sinn macht.
Ohne viele Umschweife geht's dann auch schon gen Solaris und es häufen sich die mysteriösen Umstände. Im Vergleich zu der langen Einführungszeit in der ersten Verfilmung hetzt der Film anfangs. Nach und nach enthüllt der Film in zu vielen und recht belanglos gestalteten Rückblenden Kelvins Vergangenheit. In der zweiten Hälfte gibt sich das allerdings wieder und der Film beschränkt sich mehr auf die aktuellen Ereignisse.
Irgendwie wollte sich die emotionale Tiefe, die man wohl vermitteln will, nicht einstellen. Denn Steven Soderbergh nimmt sich nicht genug Zeit. Zwar ist der Film insgesamt recht ruhig ausgefallen und trotzdem hatte ich das Gefühl, das die Inszenierung etwas holprig war. Der Stoff an sich ist nämlich recht komplex und hätte eine genauere Betrachtung verdient. Dadurch präsentiert sich die Darstellung einfacher konsumierbar und das ist es ja, was das Mainstreampublikum haben möchte. Da kann die alte Verfilmung wieder punkten. Die letzten Minuten sind dafür umso schöner Gestaltet und schliessen den Film würdig ab.

Die Darsteller sind allesamt in Ordnung. Allzu viele sind es ja nicht. Der Soundtrack passt, wenn er mal zu hören ist, prima in die Atmosphäre; ist schwebend und dezent. Positiv zu bemerken ist auch die oft starre Kamera. Auch in einem Dialog bleibt sie mal nur auf eine Person fixiert. Auch Farbfilter werden, vor allem in den Rückblenden, benutzt; allgemein ist die Vergangenheit dunkler dargestellt. Die Special Effects beschränken sich hauptsächlich auf Bilder von Solaris. Dynamisch und hypnotisch erscheint dieses schöne Gebilde, von dem die ganzen unverständlichen Ereignisse ausgehen.

Fazit:
Eine komplexe Geschichte für das Mainstreampublikum zurechtgeschnitten. Zwar mit etwas hektischem Verlauf und ohne den Tiefgang der Originals, aber trotzdem schön anzusehen und mit einigen atmosphärischen Szenen präsentiert uns Soderbergh eine moderne Interpretation eines Ausnahmefilms.


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