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Ghostbusters 2 (1989)

Eine Kritik von Mr. Vincent Vega (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 01.07.2006, seitdem 330 Mal gelesen


Die Fortsetzung des fünf Jahre zuvor gedrehten und weltweit zum absoluten Kino- und Videohit avancierten „Ghostbusters – Die Geisterjäger“ muss diesem gegenüber nur äußerst marginale Abstriche machen. Die Erfolgsformel des Originals wurde dabei weitgehend wiederholt: Regisseur, Cast und Dramaturgie, alles bleibt beim Alten, funktionieren Idee und Umsetzung jedoch auch abermals fantastisch gut.

Die Crew, die hinter und besonders vor der Kamera von „Ghostbusters II“ steht, bildet eine filmisch konsequente, vor allem aber ungemein produktive Einheit. Harold Ramis (spielt Egon Spengler) schrieb gemeinsam mit Dan Aykroyd (Raymond Stantz) erneut das Drehbuch, wobei sie sich in Bezug auf den inhaltlichen Verlauf stellenweise ein wenig zu sicher am Vorgänger orientieren. Lässt man die fehlende Innovation grundlegender storytechnischer Eckpunkte außen vor, fördert dieses Vorgehen auf sicherer Basis aber die Weiterentwicklung der Charaktere. Hier hat das Buch Stärken und bietet neben großartigen Einfällen einen sorgfältigen Umgang mit den Figuren. Selbst die Nebencharaktere des ersten Films, Rick Moranis („Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“) und Annie Potts („Texasville“), harmonieren geschickt im Gesamtgefüge des Darsteller-Ensembles. Wo Reitmans Sequel ordentlich glänzt, ist ohnehin bei seiner Cast: Allen voran liefert Bill Murray („Ed Wood“) mit seinem trockenen, süffisanten Humor eine außerordentlich pointierte Darstellung ab, ergänzt durch die unheimlich wandlungsfähige Sigourney Weaver („The Village“), die im Vergleich zum Vorgänger auf eine zurückhaltende Darstellung vertraut.

Die Highlights inne hat sicherlich Bösewicht Karpatenfürst Vigo, der vom deutschen Boxer Wilhelm von Homburg (1940-2004) dargestellt wird. Rein morphologisch bringt dieser bereits alle Eigenschaften mit, die dem Filmtitel Berechtigung geben und sorgt mit seiner Ausstrahlung sowohl für einige bewusst auf Over-Acting getrimmte, komische Momente, sowie die (zumindest für jüngere Gemüter) nötige Portion Grusel.

Trägt im Grunde bereits das Ensemble den Film, so tun die Spezialeffekte ihr übriges. Waren die Tricks schon im Original nahezu herausragend, insbesondere im Kontext ihrer Entstehung (1984), so setzt „Ghostbusters II“ in dieser Hinsicht natürlich noch eins drauf. Die visuellen Effekte können durchweg überzeugen und ordnen sich trotz ihrer scheinbar unlimitierten Möglichkeiten – damals noch Gesetz – stets der Geschichte unter, wobei die Erweckung der Freiheitsstaue dabei den inhaltlichen Höhepunkt bildet. Der rote Schleim übrigens dürfte an mehr als einer Stelle deutliche Erinnerungen an die „The Blob“-Filme hervorrufen und wurde im Film durch die witzige Idee, das Gebräu „adäquat“ auf Geräusche reagieren zu lassen, erweitert.

„Ghostbusters II“ ist in erster Linie ein Fest an spritzigen, auch nicht selten schlüpfrigen Gags und herrlicher Situationskomik, sowie angemessenem Horrorgehalt. In einigen Momenten ist die Fortsetzung deutlich düsterer, bleibt letztlich aber immer in einem jugendfreien Rahmen und untergräbt nie seine Funktion, eben perfekt ausbalanciertes Familienkino sein. Unverständlich erscheint nur die Tatsache, dass trotz ähnlich hoher Einspielergebnisse wie beim Original (weltweit über 215 Mio. US-Dollar) bis heute keine Fortsetzung entstand, ist doch das Potential der sicher nicht allzu dehnbaren Grundidee selbst mit diesem zweiten Teil bei weitem nicht erschöpft.


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