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Fluch von Darkness Falls, Der (2003)

Eine Kritik von Apollon (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 22.06.2003, seitdem 1746 Mal gelesen


"Der Fluch von Darkness Falls" ist endlich einmal wieder schöner Suggestivhorror, der sich aus meiner Sicht noch besser verkauft als das beispielsweise nicht lange vor diesem Grusler im Kino erschienene "Ring" - Remake. Ausschlaggebend dafür ist das Spiel mit der menschlichen Urangst - der Dunkelheit.

Vor 150 Jahren lebte Matilda, die so genannte Zahnfee, und kam zu ihrem Namen, nachdem sie den Kinder für jeden herausgefallenen Milchzahn ein Goldstück gab. Eines Tages wurde Matilda Opfer eines Feuers und trug fortan wegen ihrer furchtbaren Entstellung nur noch eine Porzellanmaske. Als plötzlich zwei Kinder verschwanden, wurde sie des Verbrechens angeklagt und zum Tode verurteilt. Im Sterben verfluchte sie den verschlafenen Ort und schwor auf Rache.
Mit dieser stimmungsvollen, mit Fotos untermalten und im Off erzählten Introduktion wäre der Grundstein gelegt. Die Zahnfee bereitet dem mittlerweile erwachsen gewordenen Kyle Walsh auch nach 12 Jahren seiner ersten Begegnung mit der finsteren Figur noch schlaflose Nächte beziehungsweise ein Leben in Angst vor der Dunkelheit, denn nur dort kann sich die Zahnfee aufhalten.

Mit der Verfilmung einer auf einer Legende basierenden Geschichte werden wir hier zwar nicht das erste Mal konfrontiert ("Sleepy Hollow" sei an dieser Stelle als sehr guter Vertreter am Rande einmal erwähnt), doch trotzdem weiß dieses spezielle Märchen in den Bann zu ziehen. Knackpunkt ist dabei definitiv die Dunkelheit, vor, oder besser gesagt, in der sich jeder im Kindesalter wohl - der eine mehr, der andere weniger - gefürchtet hat. Nicht zu identifizierende Geräusche und unheimliche Schattenbilder - früher der Alptraum eines jeden. Die Urangst bei uns vielleicht wiederzuerwecken, ist daher die vordergründige Aufgabe, die "Darkness Falls" mitunter durch typische Kulissen, wie dem dunklen Wald, unerwartet gut löst. Der ständige Einsatz kleiner Schocks, sowie das plakative Spiel des Regisseurs Jonathan Liebesman mit Licht und Schatten fördern Hochspannung und eine sehr intensive Atmosphäre.

Sich ungewöhnlich stark in den Vordergrund stellend, verunsichert auch die atemberaubende Geräuschkulisse ein ums andere Mal den Zuschauer. Sehr erfreulich ist insgesamt die Tatsache, dass dieser Horrorthriller seine Wirkung beinahe ausschließlich ohne blutige Sequenzen zu erzeugen versucht und die Effektschmiede nur bei der Darstellung der Zahnfee zur Hilfe ruft. Positiv ebenfalls, dass die allgemein noch recht unbekannten Gesichter im Schauspielerbereich ihre Arbeit außerordentlich gut absolvieren; gemessen ihres Alters besonders die Jungdarsteller. Einzig und allein die verhäuft auftretende Unlogik ist hier wirklich negativ zu bewerten. So fragt man sich schon einmal, warum Mutter Walsh das Licht zu Anfang nicht einfach mal anschaltet, so wie es eigentlich jeder reflexartig machen würde? Aber auch die Frage, ob amerikanische Autos etwa keine Innenbeleuchtung haben, wirft sich mehrmals in den Raum.

Letztendlich verfehlt "Der Fluch von Darkness Falls" seine Wirkung aber keineswegs und ist in meinen Augen schon eine kleine Überraschung. Wären einige auftretende Logikfehler nicht zu bemängeln, wäre hinsichtlich meiner Bewertung wahrscheinlich noch mehr möglich gewesen. Aber nichts desto trotz ist "Darkness Falls" absolut empfehlenswert, wenn man sich einmal optimale Voraussetzungen schafft; also den Sound sich entfalten lässt, dazu den Raum verdunkelt und das Treiben alleine genießt. (8+/10 Punkten)


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