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Mariachi, El (1992)

Eine Kritik von Azul Martinez
eingetragen am 16.04.2008, seitdem 134 Mal gelesen


Zunächst muss ich zugeben, dass mein Urteil in diesem Film weniger objektiv sein wird, als es einem Hobbyfilmkritiker eigentlich zusteht. Dieser Film hat nämlich sozusagen mein eigener kleiner Kultfilm und prägte den Hauptteil des Beginns meiner nun schon jahrelang andauernden Filmleidenschaft.



Die Story ist mit einem Satz geklärt: Gitarrenspieler wird von einem Verbrechersyndikat mit einem Killer verwechselt (WaffenimGitarrenkoffertragenderweis), verliebt sich zwischendurch in eine Frau und muss sich nun gitarrespielend und gangsterabballernd aus dem Schlamassel befreien. Keine Glanzleistung, dieses Skript - muss ich zugeben. Doch alles, was ich an Rodriguez so schätze ist hier bereits vertreten: ein völlig eigenständiger, manchmal infantiler, manchmal schwarzer Humor, der aus absurden Situationen entsteht, welche absurde Konflikte hervorufen und absurd gelöst werden.

Wirklich spannend ist die Story nicht, denn dem Ende fiebert man nicht gerade entgegen. Doch die hier und da eingebauten Actionszenen, bemüht blutig wirkend, sind teilweise so abstrus und grotesk, daß sich ein Schmunzeln auch beim härtesten Kritiker nicht vermeiden lassen wird.

Die 7000 Dollar, die geliehene Kamera und die nicht bezahlten Amateurschauspieler und -musiker (allesamt Freunde und Verwandte von Rodriguez) lassen sich hier nicht komplett kaschieren, doch ist es für mich schon ein kleines Wunder, was Mr. Rodriguez mit seinem Enthusiasmus alles herausschlagen konnte.

Die Atmosphäre des einsamen schwarz gekleideten Normalos in einer ausergewöhnlichen Situation, des Gitarrenspielers in einer staubigen mexikanischen Kleinstadt, des auf sich gestellten Rächers, dem der pure oder auch dumme Zufall ein ganzes Waffenarsenal zuschanzt - das ist eine Atmosphäre, die hier etwas mühselig aufgebaut wird - und eine Atmosphäre, auf die ich total stehe (ich erwähnte bereits, daß ich nicht objektiv bin).



Klar, ein gutes Skript hätte nicht geschadet, Die FSK 18 ist selbst für damalige Verhältnisse übertrieben und die sogenannten SpecialEffekts sind leicht zu durchschauen und im Kleingarten hinterm Haus schnell nachzuahmen, doch wer weiss, ob dieses niedliche Filmchen meinen Filmgeschmack damals ebenso beeinflusst hätte, wie einst, wenn die oben genannten Schwächen nicht vorhanden wären.



Persönliches Fazit: Kurzweilige Aneinanderreihung unterhaltsamer Sequenzen und für Genrefans (welches Genre eigentlich??), Rodriguezfans und -sammler ein Muss. Für Verwöhnte des qualitativ guten Films (sprich für jene, die sich nicht auf Amateur- bis semiprofessionelle Filme einlassen können) ist es eher nix. Doch für mich: 10/10


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