Herrlich. Während man im Italienischen mit I cinque del Condor (Die Fünf von "Condor") noch ungefähr das bekommt, was drauf steht, weiß man bei der deutschsprachigen Veröffentlichung nicht so recht, was man sich unter Hungrige Skorpione denn so vorzustellen hat. Nun, unser Schundpapst Umberto Lenzi steckte Mitte der 80er in einer kurzen Kriegsfilmphase. Die angesprochenen Fünf sind ein aus archetypischen Abziehbildern zusammengewürfeltes Söldnergespann aus 4 harten Typen und einer explosiven Frau.
Wer nun noch nicht die unglaublich innovative Story herunterbeten kann, freut sich auf einen kritischen Kommentar zu bitterbösen Kapitalisten, die in Winzländern, von denen kein Schwein vorher etwas gehört hat, die Demokratie bestärken, um ihren Profit zu schüren. Die fünfköpfige Spezialeinheit stürzt sich todesmutig in das Kampfgetümmel, um den Sohn des Anführers Cordura (seines Zeichens im Exil) zu retten, der mit diesem aufs niederträchtigste erpresst wird.
Presswurst, Presssack, Schabernack: Es bleibt sich gleich, denn es geht - natürlich - um das alte Rein-Raus-Spielchen. Die Söldner schippern also in den Dschungel rein, plätten eine unsichtbare Armee, von der meistens nur ein bis zwei Hoschies zu sehen sind, die eine Hütte bei der Vorbereitung einer Vollsprengung provisorisch gezimmerter Baracken unterbrechen, oder als schemenhafte Gestalt auf einem Wachturm zu erkennen sind. Sinnigerweise klären uns die Dialoge über die größten Gefahren auf - zum Beispiel, daß der Drahtzaun unter Hochspannung stünde. Und dann verhindern politische Spannungen den einfachen Rückzug.
Hungrige Skorpione ist zunächst vor allem eins: Langweilig. Das größte Manko dabei wird sein, daß er zwar grottenschlecht aber mit ein paar Segelgleitern, einem Hubschrauber, einem Boot und einem Geländewagen noch ganz gut ausgestattet ist und die durchaus billige Inszenierung nicht bis über alle Grenzen hinaus abwegig oder bühnenhaft erscheint. Erst nach und nach erfreut dafür die deutsche Synchro mit einer Auswahl blecherner Oneliner, die ab den Szenen mit der Geisel an unfreiwilliger Komik gewinnen. Dank dieser wurde dann über das ohnehin einfältige Ende auch eine impulsive Welle der Lachsackimmitation unter den Teilnehmern unseres Videoabends ausgelöst, die zur Einleitung in aller Unwissenheit noch ein hämisches 'Tanze Samba mir mir' angestimmt hatten.
Wenn man Schmerzen ertragen kann und wirklich nach dem billigen Kick sucht, wie ein bankrotter Kettenraucher nach Tabakresten im Aschenbecher des Bahnhofsklos, kann selbst Hungrige Skorpione unterhaltsam sein. Bei all der Dekadenz würde ich aber vorschlagen, 0,10 € pro durchgehaltener Minute an die Welthungerhilfe zu spenden.