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City of God (2002)
Eine Kritik von John T. Chance (Bewertung des Films: 10/10) eingetragen am 13.05.2003, seitdem 618 Mal gelesen
Wow! Wenn man sich diesen Film anguckt, können wir wirklich froh sein, dass es solch brutale Verhältnisse hier in Deutschland nicht gibt!
Was Fernando Meirelles hier zeigt, ist das pure ungeschönte Leben und Sterben jugendlicher Banden in den Vororten von Rio. Die Handlung erweist sich einmal mehr als virtuos verschachtelt, die künstlerischen Ambitionen offenbaren sich bereits in der Eingangssequenz, in der ein Huhn, vor Jugendlichen flüchtend, unter einen LKW gerät, aber glücklicherweise entkommen kann.
Die Geschichte ist an sich ein reinrassiges Ghettodrama, schockiert jedoch vor allem daher, weil schon Kindern keine alternativen Wege dargelegt werden können, diesem Umfeld zu entfliehen, als mit Gewalt. Total heftig fand ich die Szene, als die zwei kleinen Jungs bedroht und anschließend an- bzw. erschossen werden. Das Geschehen wird derart realistisch geschildert, dass die Kaltblütigkeit des Handelns beängstigende und deprimierende Dimensionen erreicht.
Glücklicherweise beschert uns der Regisseur bei all dieser skrupellosen Brutalität auch einen Silberstreif am Horizont: der farbige Buscape versucht mit viel Ehrgeiz, einen Job als Fotograf bei der Zeitung zu bekommen und bemüht sich redlich, beim weiblichen Geschlecht zu landen. Dieser positve Charakter zeigt, dass es auch in den düstersten Slums brasilianischer Großstädte möglich ist, seine Träume und Sehnsüchte nicht mit Gewalt zu erzwingen.
Epochales Gangster-Drama, dass in den Gewaltakten nichts verzerrt oder beschönigt. Die Gewalt wird als alltäglich, ja geradezu normal präsentiert, kleine Kinder erfahren es scheinbar täglich, gerade erschossene Jugendliche vor ihrer Haustür liegen zu sehen.
Filmisch beeindruckend und inhaltlich beängstigend ehrlich zählt dieser Film zur absoluten Spitzenklasse des Genres!
10/10!
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