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Drunken Master (1994)

Eine Kritik von Dicker Jimbo (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 26.01.2011, seitdem 514 Mal gelesen


Nachdem Jackie mit "Crime Story" bewiesen hatte, dass er seine schauspielerischen Fähigkeiten nicht zu verstecken braucht, war es schon fast eine Bestimmung an einen alten Erfolgsmuster anzuknüpfen. Mit "Drunken Master II"  wollte er damit dem Original Paroli bieten und zu seinen Wurzen zurückkehren. Ausserdem wollte er den "Wong Fei- Hung"- Filmen mit Jet Li Konkurrenz machen. Dazu verpflichtete er Shaw- Brothers- Veteran Liu Chia- Liang für die Regie. Es ist bekannt, dass Liang wegen seiner Meinun gsverschiedenheit die Regie Jackie überliess. Man merkt den meisten Kampfszenen an, dass Jackie seine Finger im Spielt hatte.


Der erste "Drunken Master"- Film verhalf Jackie in Hong Kong endgültig zum Durchbruch und spielte sogar an den Kinokassen mehr ein als Bruce Lee's Filme. Im Jahr 1978 lieferte Jackie eine komische Darstellung  des Volkshelden Wong Fei Hung ab und löste damit eine Welle von unzähligen Nachahmern aus. Auf einmal war es angesagt, wenn ein versoffener Bettler einem Lausbuben Kung Fu beibrachte. Es gibt sogar eine inoffizielle Fortsetzung, die ein Jahr später gedreht wurde. Hierfür wurde die selbe Besetzung und Crew verpflichtet. Ausser Jackie waren wieder alle beianander. Aber gerade deshalb kommt dieser Teil bei Fans nicht so gut an. Anstatt Jackie wurde Yuen- Woo- Pings Bruder Yuen Shun- Yi als Foggy besetzt. Das Resultat kann sich eigentlich sehen lassen, doch kommt über einen weiteren "Drunken Master"- Ableger nicht hinaus. Trotz namenhafter Mimen wie Hwang Jang- Lee, Corey Yuen(JAA, JAA, der Corey Yuen!!) und Simon Yuen wird die Klasse des Originals nicht erreicht. Als Jackie mit erfolgreichen Filmen wie "Fearless Hyena" ("Zwei Schlitzohren in der Knochenmühle") und "The young Master" ("Meister aller Klassen") einen Hit nach dem anderen landete, gingen ihm danach allmählich die Ideen aus. Jackie wollte sich weiterentwickeln und schuf somit seinen ersten Topfilm "Projekt A" ("Der Superfighter"), womit er sich von den üblichen Old- School- Filmen loslöste. In den nächsten 10 Jahren wollte sich Jackie mit jeden gefährlichen Stunts steigern. Hierbei kamen die Martial- Arts- Kämpfe zu kurz. Anfang der 90er kamen zwei Personen, die das Martial- Arts- Kino weiterentwickelten und neu definierten: Regie- Ass Tsui Hark und der frisch gebackene Kung Fu- Star Jet Li. Filmisch gesehen gehört "Once upon a Time in China" zu den ganz grossen Hong- Kong- Meisterwerken der 90er.


Auf dieser Erfolgswelle wollte auch Jackie mitreiten. Seine damalige Wong- Fei- Hung- Darstellung war parodistisch und besass einen gewissen Lausbubcharme. Und in dieser Tradition setzte er seine Fortsetzung fort. Inhaltlich stellt "Drunken Master II" keine Verwandschsft zum ersten Teil da. Man erzählt hier eine komplett andere Geschichte. Wegen dem grossen Jahresunterschied kommt Teil 2 wie Remake vom ersten Teil vor. Eine Bereicherung stellen auch Jackie's Co- Darsteller da. Anita Mui's Rolle als angeblich schwangere Stiefmutter lockt einem zwischendurch ein kleines Lächeln hervor. "People's Hero"- Star Ti Lung stellt den ruhigen, aber manchmal auch den zornigen Vater Wong- Fei- Hung's gekonnt da. Das Komische daran ist, dass Ti Lung nur paar Jährchen älter als Jackie ist. Aber aufgrund seines gelungenen mimensspiels sei ihm das verzeihlich. Obwohl man hier auf den Humor nicht ganz verzichtet, kommt die bisschen albern rüber. Vielleicht liegt es auch an der deutschen Blödelsynchro. Wenn Jackie bis zum erbrechen Wein säuft, läuft er zur Hochform auf. Auch von den Kampfszenen her stellt "Drunken Master II" das Original in den Schatten. Mit 1,9 Promille im Blut ist jackie nicht mehr zu halten. Hier liefert er erstklassige Akrobatik und Kampfkunst. Da kann sich sogar ein Tony Jaa eine Scheibe davon abschneiden. Das einzige, was mich etwas stört, ist das Finale. Wie üblich liefert Jackie einer seiner Stunts ab, aber gerade, wo man mehr erwartet, werden die durch den Endkampf zwischen ihm und Ken Lo abgebremst. Mir ist klar, dass hier einen grossen Wert auf die Kampfszenen gelegt wird, aber das abrubte Ende stört mich etwas.


FAZIT:
Einer der wenigen Filme aus den 90ern, wo Jackie das Potenzial seiner Kampfkünste total ausschöpft. Weil sich die erste Hälfte etwas schleppend vorantreibt, gebe ich satte sechs Punkte nur für den Endfight. Die ist erste Sahne.

6 / 10


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