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Flucht von Alcatraz (1979)

Eine Kritik von Blade Runner (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 19.01.2004, seitdem 1249 Mal gelesen


8 Jahre nach „Dirty Harry“ und „Betrogen“ fand sich das Duo Don Siegel und Clint Eastwood zum letzten Mal zu einem gemeinsamen Film zusammen. Mit „Escape from Alcatraz“ nahm sich Siegel eines authentischen Stoffs an. Nämlich der Flucht Frank Morris, hier natürlich von Eastwood verkörpert, von „The Rock“ – zusammen mit zwei weiteren Insassen. Sich so nah wie möglich an der Vorlage haltend, gehört dieser Knastthriller zu den besten seiner Art und kommt ohne größere Action aus. Die Inszenierung ist einfach, düster und leicht pessimistisch, verliert dabei jedoch nie ihren glaubwürdigen Anstrich. Eine Geschichte, wie sie sich (vielleicht) wirklich abgespielt hat.

Grob unterteilen lässt sich der Film in zwei Teile. Während sich die erste Hälfte mit dem Leben auf dem Felsen beschäftigt, dreht sich der zweite Teil nur noch um die geplante Flucht und ihre Durchführung. So wenig über Frank Mason wirklich bekannt ist, so verschlossen präsentiert ihn Eastwood ihn hier auch. Ohne, dass man etwas über ihn oder seine Vergangenheit, abgesehen von einigen Fluchtversuchen, erfährt, fasziniert dieser Mann mit dem überdurchschnittlichen Intelligenzquotienten. Sicher ein Verbrecher, was anderes wird auch nie behauptet, aber einer mit Prinzipien.

Das Leben auf Alcatraz ist hart, Mason jedoch härter und so kann er sich Vergewaltigungen unter der Dusche erwehren und Respekt verschaffen, ohne den Wärtern unangenehm aufzufallen. Er sitzt dort seine Zeit ab, plant dabei aber schon längst die Flucht. Während bewährte Klischees wie Knastgangs umschifft werden, wird Kritik am harten Strafvollzug deutlich. Selbst den friedlichen Insassen, die ihren Lebensabend dort fristen, werden sämtliche Privilegien und Freuden genommen. Der Direktor herrscht über seine Insassen wie über einen Sklavenstaat und kippt das System seiner Vorgänger. Freundschaften unter den Insassen sind somit auch Mangelware und doch gelingt es Mason, neben ein paar alten Bekannten (u. a. ein junger Frank Ward) Freundschaften zu schließen und Beziehungen zu knüpfen, die für seine Flucht hilfreich sein könnten. Was er sich nicht selbst bei seiner täglichen Arbeit in der Tischlerei besorgen kann, lässt er klauen.

Der Ausbruch und besonders die Vorbereitungen sind von Einfallsreichtum und Masons Intelligenz geprägt. Sich in Büchern schlau lesend, wie man zum Beispiel Schwimmwesten anfertigt und sogar in der eigenen Zelle schweißend, ist der zweite Teil eine sehr spannende Abhandlung von Planung und Durchführung. Während der Flucht muss improvisiert werden, eine Aktion geht schief – in Suspense und Dramaturgie klasse von Siegel festgehalten. Ob die Flucht nun klappt oder nicht, lässt „Escape from Alcatraz“ dabei offen.

Fazit:
Hochwertiger, kritischer Gefängnisthriller, der mit Clint Eastwood topp besetzt ist. Die Schilderung wahrer Tatsachen gelang Don Siegel auf spannende und unterhaltsame Weise, ohne dass dabei viel Action nötig gewesen wäre, im klassischen Inszenierungsstil.


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