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Aliens - Die Rückkehr (1986)

Eine Kritik von Bizzy Montana (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 02.12.2009, seitdem 455 Mal gelesen


Es ist ein relativ schweres Erbe, welches James Cameron da 1986 mit der Forsetzung vom grandiosen "Alien" von Ridley Scott antrat, doch er meisterte die Prüfung mit Auszeichnung. Selten stellt eine Fortsetzung das Original in den Schatten, selten reicht die Qualität überhaupt an das Erstlingswerk heran. Nun - bei "Aliens" hat es funktioniert.

Das hat mehrere Gründe. Cameron hat nicht den Fehler begangen und Scotts Original einfach kopiert. Er schuf seine ureigene Alien-Welt und garnierte diese mit Zutaten, für die er bekannt ist, die er handwerklich erstklassig beherrscht und ohne jeden Vergleich umsetzt. Heraus kam ein Streifen voller Action, ohne Atempause, mit intelligenter Story, Witz und der prise Monsterhorror, die einen Alien-Film ausmacht.

Zur Story an sich (dürfte ja hinlänglich bekannt sein): Ripley wird von Ihrem Arbeitgeber, dem nach wie vor korrupten Weyland-Yutani-Konzern, indirekt dazu gezwungen, nach 57 Jahren im Kälteschlaf erneut auf den Planetoiden zu reisen, auf dem das Schicksal der Nostromo-Crew ihren Lauf nahm. Dieser Planetoid ist mittlerweile von Kolonisten bewohnt, zu denen jedoch seit einiger Zeit der Kontakt abgebrochen ist. Nach Ripleys Berichten könnte der damals dort gefundene fremde Organismus die Ursache für den plötzlichen Kontaktabbruch sein...und WY ist nach wie vor scharf auf das biologische Material, welches die Aliens liefern können. Ripley wird also mit einer Horde Marines und einem Berater des Konzerns namens Burke erneut auf den Planetoiden geschickt, um der Sache auf den Grund zu gehen. Der Alptraum beginnt...

Der Film startet ruhig, erklärt die Vorgeschichte Ripleys in kurzen Zügen, führt das Einsatzteam ein, wobei man sich für die Vorstellung die Marines teilweise wirklich Zeit lässt und Mühe macht - von reinem Kanonenfutter kann demnach zumindest nicht bei allen Soldaten die Rede sein. Die Problematik des Einsatzes wird erläutert und schon geht´s ab auf die Reise ohne Wiederkehr. In dem Moment, wo die Marines die verloren geglaubten, aber eigentlich schon toten Kolonisten finden und der Einsatz erfolgversprechend zu verlaufen scheint, bricht in wahrstem Sinne des Wortes die Hölle los. Der Einsatz wird zum Desaster, die Marines werden von einer Meute Aliens aufgemischt und haben letztlich keine Chance gegen den übermächtigen Gruselgegner. Aus einem Rettungseinsatz für die Kolonisten wird ein Rettungseinsatz für die verbliebenen Marines.

So weit, so gut. Ab jetzt kämpft jeder ums eigene Überleben. Ripley muss sich gar um zwei Leben kümmern, denn neben ihrem eigenen hat sie die einzige überlebende Kolonistin, ein kleines Mädchen namens Newt, zu ihrer eigenen, persönlichen Chefsache erklärt. Ripleys Mutterinstikt erwacht, das Kind muss in jedem Fall beschützt und gerettet werden. Dies stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus, denn neben den Aliens droht auch Gefahr aus den eigenen Reihen - Burke, der im Auftrag des Konzerns handelt, will dessen Interessen mit aller Macht verfolgen und durchsetzen - zumindest ein Exemplar der Aliens soll zu Forschungszwecken auf die Erde gelangen. Burke wird jedoch beim Versuch, Ripley und Newt mit dem Organismus zu infizieren, entlarvt und das weitere Schicksal nimmt seinen Lauf.

Viel Action folgt, die letzten "Indianer" treten eindrucksvoll von der großen Action-Bühne ab und es folgt der wunderbare Showdown, ein bis dato nie gesehener Endkampf zwischen zwei "Müttern" - Ripley mit "Adoptivkind" Newt auf der einen Seite, die schrecklich-schaurige, riesig-groteske Alien-Queen mit ihrer Brut auf der anderen Seite. Ripley gewinnt den imposanten Kampf am Ende unter höchsten Anstrengungen und unter Einsatz ihres Lebens, die Alien-Queen jedoch wird hinaus ins All gepustet und der Schrecken hat (vorerst und für diesen Teil der Saga) ein Ende.

Puh. Extrem nervenaufreibend, extrem schweißtreibend. Und eben ganz anders als Teil 1. Weniger Klaustrophobie, weniger unterschwelliger Horror, dafür mehr Geballer, mehr Action, mehr Explosionen und vor allen Dingen - mehr Aliens! Und das wollen die Leute sehen! Dazu noch eine Ripley in Höchstform, jede Menge coole Marines und eine einzigartige Alien-Queen in wunderschönem Design, als hätte Herr Giger die Figur höchstpersönlich erschaffen! Hier passt einfach alles. Mit diesem Teil war die Alien-Reihe auf ihrem schöpferischen Höhepunkt angelangt, weswegen es kein Wunder ist, das Teil 3 und 4 niemals mehr an das Niveau der Vorgänger heranreichen konnten. Scott und Cameron haben seinerzeit die Messlatte so hoch gelegt, dass die Nachfolger einfach scheitern MUSSTEN (also im direkten Vergleich wohlgemerkt). Dieser Film mitsamt seinem Vorgänger ist bedingungslos zu empfehlen, ein weiteres Meisterwerk und ein Muss für jeden Fan solcher Filme. Man merkt deutlich, dass die große Zeit wirklicher Kino-Blockbuster wie "Aliens" leider vorbei ist, denn was heutzutage noch in die Kinos kommt und sich "Blockbuster" schimpft, muss sich zwangsläufig auch mit einem Film wie "Aliens" messen lassen - und versagt dabei auf ganzer Linie. Von daher - ein Hoch auf das 80er Jahre Action-Kino und insbesonders auf Sigourney Weaver, die erneut richtig Ärsche tritt!

10 von 10 Punkten, weil man keine 11 Punkte vergeben kann.


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