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Dämonen 2 (1985)

Eine Kritik von Onkel (Bewertung des Films: 7/10)
eingetragen am 07.06.2009, seitdem 380 Mal gelesen


Die beiden "Dämonen"-Filme gehören zweifelsohne zu den herausragenden Italo-Horrorklassikern der 80er Jahre. Regisseur Lamberto Bava gelang vor allem mit dem in Deutschland sinnigerweise als zweiten Teil angepriesenen Erstling, dessen Handlung in einem neu eröffneten Berliner-Kino angesiedelt ist, welches als bald zur Todesfalle wird, ein für damalige Verhältnisse recht beachtlicher Wurf. Produziert von Genreikone Dario Argento präsentiert Bava einen durchweg sehr düster gehaltenen Splatterhorror der harten Sorte. Dieser punktet fleißig mit jeder Menge handgemachter, schleimtriefender Gore-FX und sehr atmosphärischen Dämonen-Masken. Auch die Kulisse des unheimlichen Kinoaltbaus, die auflockernden nächtlichen Berlin-Szenen und die recht grell gewählten Farben im wohl vertrauten Argento-Stil tragen ihren Teil zum Gelingen eines adäquaten Horrorerlebnisses bei. Spannung tritt zwar zu Gunsten der Effekte etwas in den Hintergrund (der "Film im Film" ist da beinahe unheimlicher), summa summarum weiß die hier angerührte Italomischung jedoch zu überzeugen.
Einen 80er-Stimmungsbonus gewinnt "Dämonen" natürlich durch seinen fetzigen Hardrock-Soundtrack. Auch die aus heutiger Sicht kultverdächtigen Klischee- /Anarchocharaktere will man da nicht missen.

Allerdings trüben bei aller (für die Verhältnisse) technischen Klasse und der gelungenen Horroratmosphäre einige Aspekte den Filmgenuss: Diese reichen von der qualitativ mäßigen deutschen DVD über die eher schwache Synchro und gelegentlich wenig glaubhafte Handlungen der Charaktere bis zu etwas zu offensichtlich bei George Romeros "Dawn of the Dead" "entliehenen" Filmelementen. Etwas mehr Innovation wäre hier defintiv angebracht gewesen!
Auch dürfte der deutlich vermittelte "Charme" des 80er-Genrekinos heute längst nicht mehr jeden Geschmack treffen. Wer allerdings mit ensprechenden Filmen aufgewachsen ist, weiß das Gebotene angemessen zu würdigen: Löchrige Drehbücher, mehr oder weniger professionelle Darsteller und beschränkte technische Mittel gehörten einfach zwingend zu solch einem "dreckigen" Horrorstreifen, den man dereinst idealerweise als Unter-18jähriger aus verrauchten Videotheken als reichlich abgegriffene VHS-Kasette "erbeutete". Dieser kultige Charme des bösen, geächteten Films ist heute natürlich weitgehend verflogen...


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