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Dämonen (1986)

Eine Kritik von McClane (Bewertung des Films: 6/10)
eingetragen am 26.01.2009, seitdem 412 Mal gelesen


Hierzulande als erster Teil verkauft, in Wahrheit jedoch ein Sequel: „Dämonen“ alias „Dance of the Demons 2“, vom gleichen Team wie der Vorgänger.
Wie man nun die Dämonenplage am Ende des ersten Teils loswurde wird schwammig angerissen und wo man beim Vorgänger scheinbar nicht so recht wie die Chose nun enden sollte, so weiß man hier scheinbar nicht wie man die Sache beginnen und enden lassen soll. Für den Ausbruch der Dämonen sorgt hier ein Film im Fernsehen, der eine Parallele zum Kinofilm aus dem ersten Teil ist. Wie das möglich ist, warum scheinbar nur ein Hochhaus betroffen ist und wieso gerade ein bestimmter Fernseher als Eintrittstor dient, das fragt man alles besser nicht.
Ergo verwandelt sich die Spaßbremsen-Gastgeberin einer Party bald in eine reißende Dämonenbestie, anschließend sind die Gäste dran und durch Bisse sowie infektiöses, sich durch die Decken ätzendes Blut sind bald diverse Einwohner zu Bestien mutiert...

Tatsächlich hat „Dance of the Demons 2“ dem Vorgänger gegenüber kaum Neuigkeiten zu bieten: Anstelle des Kinos ist hier ein Appartment-Hochhaus Spielplatz der geifernden Dämonen, immer noch in Deutschland, wie uns die wenigen, das Geschehen verortenden Außenaufnahmen zeigen. Etwas klarer arbeitet man hier ein potentielles Protagonistenpärchen aus, jedoch wieder gibt es zahlreiche Einzelschicksale, deren Besitzer zum Großteil als Metzelmasse herhalten müssen.
Insofern verwundert es nicht, dass es auch bei den Darstellern personale Kontinuitäten gibt, z.B. ist wieder Bobby Rhodes als Leading Man dabei, anstelle eines Zuhälters verkörpert er hier den hart zupackenden Fitnesstrainer, große Unterschiede zwischen den Parts gibt es nicht. Erneut ist er einer der wenigen Akteure, die noch etwas herausstechen, selbst die eigentlichen Heroen sind reichlich blass, zumal man den Charakteren kaum Hintergrundgeschichte gibt. Noch als Kinderdarstellerin dabei ist Asia Argento, die allerdings kaum gefordert wird.
Dramaturgisch ist „Dance of the Demons 2“ ähnlich simpel gestrickt wie sein Vorgänger, die Angriff der Dämonen dient in erster Linie zur Einbringung von Splatter, und die Schablonen-Charaktere sind zum Großteil wieder so dämlich, dass sie im Angesicht eines mörderischen Dämons lieber schreien und stehen bleiben anstatt die Beine in die Hand zu nehmen. Zudem hapert es am Ende des Films, denn nachdem man mal wieder fleißig Alamo in der Tiefgarage gespielt hat, kommt es zum Nachklapp-Ende mit Nachklapp-Showdown im TV-Studio, der ebenso gewollt selbstreferentiell wie langweilig ist.

Ergo liegen die Stärken von „Dance of the Demons 2“ wie schon beim Vorgänger auf der inszenatorischen Ebene. Wieder wird emsig gesplattert und mit reichlich derben Effekten, teilweise mit sehr kreativen Ideen wie dem Hundsdämon, der hier auftaucht. Düster ausgeleuchtet, teilweise mit surrealen Bildern und dazu noch ein Soundtrack mit Rock und Metal. Zwar sind die Stücke auf letzterem nicht so einprägsam wie beim Vorgänger und Lamberto Bava besitzt nicht das gleiche Gespür für Bilder wie der hier als Produzent fungierende Dario Argento, aber stimmungsvoll ist der Film schon.
Eine Sache macht „Dance of the Demons 2“ sogar besser als der Vorgänger, denn Bava gelingt das Kreieren spannender Einzelszenen. Zwar sind einem die Hausbewohner relativ egal, doch durch die große Fläche und die Isoliertheit der Wohnungen kann Bava die Fiesheit der dämonischen Bedrohung einfangen: Die Menschen sind gefangen in ihren Appartments, allein oder in kleinen Gruppen, teilweise an ihre Wohnung gefesselt und teilweise bekommen sie nicht so recht mit, was draußen vor sich geht. Zwar fehlt es kleinen Shockszenen an einem übergeordneten Spannungsbogen, doch im Einzelnen ist „Dance of the Demons 2“ hier ganz schön fies, teilweise sogar wirklich packend.

Insofern tun sich „Dance of the Demons 2“ und sein Vorgänger nicht viel: Beide haben dramaturgische Schwächen und läppische Charakterzeichnungen, dafür derbe FX und stimmige Inszenierungen – nur in Details ist mal der eine, mal der andere besser.


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