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Pusher (1996)

Eine Kritik von Ben Affleck (Bewertung des Films: 10/10)
eingetragen am 25.09.2006, seitdem 1342 Mal gelesen


Der Film „Pusher“ von 1996 zeigt einen Lebensausschnitt des Kopenhagener Pushers Frank, der sich innerhalb einer Woche so hoch verschuldet, dass er am Ende sowohl seine Freunde als auch seine Feinde gegen sich hat. 

Der Film zeigt in erschreckend realistischer Weise, wie man als Dealer sehr schnell zu Problemen kommen kann. Die Woche fängt noch harmlos für Frank (Kim Bodnia) an. Ein nicht ganz zufriedenstellender Deal am Montag ist noch gar nichts gegen die Probleme die Frank kriegt, als er einem Schweden 200 Gramm braunes Heroin besorgen soll. Am Ende der Woche hat Frank 230.000 Kronen(!) Schulden und wird von jugoslawischen Schlägern gejagt.
 

Pusher bietet solch einen Realismus, wie man in bei Larry Clarks Drogenszenen in „Kids“, „Ken Park“ oder „Bully“ sehen kann. Obgleich der Film weder von der Story, noch vom Härtegrad irgendetwas der gerade genannten gemein hat, lassen sich die Drogenexzessen schon vergleichen.
 

Optisch hat der Film viel von „In China essen sie Hunde“ oder „The Good Cop“, was aber keineswegs nur auf den Schauspieler Kim Bodnia, den man aus Filmen wie „Nightwatch – Nachtwache“ oder „Old Men In New Cars“ kennt, zurückzuführen ist, sondern eher auf die skandinavischen Produktionsfirmen. Diese haben mit „Angel of the Night“ und den Filmen von Lasse Spang Olsen schon bewiesen, dass Skandinavien gute Filme machen kann und nicht nur Lars von Trier („Dogville“, „Dancer in the Dark“, „Geister“) das ganze Talent dort oben für sich gebunkert hat.
 

Nicolas Winding Refn, der auch einen kleinen Auftritt hat) lässt die Charaktere, die er zusammen mit Jens Dahl entworfen hat, äußerst glaubhaft rüberkommen und gewährt jedem Charakter somit auch eine eigene Charismatik. Selbst die jugoslawischen Gangster Milo und vor allem Radovan (
Slavko Labovic, der ebenfalls in fast allen Filmen von Lasse Spang Olsen mitwirkte) sind dem Zuschauer recht sympathisch. Kim Bodnia spielt den Dealer Frank absolut glaubwürdig und auf höchster Ebene und Franks Freund/Dealerkomplize Tonny, gespielt von Mads Mikkelsen („Pusher 2“, „Wilbur wants to kill himself“, „Adams Äpfel“), ist eher für die Lacher des Films zuständig, diese hören aber nach gut der Hälfte des Films auf.
 

In den Gewaltszenen selbst ist Pusher im Vergleich zu anderen Filmen relativ harmlos. Es werden zwar brutale Szenen dargestellt, jedoch nicht explizit gezeigt. Aufgrund der schroffen Umgangssprache der beiden Dealer Frank und Tonny kann einem der Film aber darüber hinweg helfen. An dieser Fäkalsprache scheiden sich zwar die Geister, da einige behaupten, diese Art der Konversation würde auf die Dauer nerven. Würde es dem Film aber nicht einen Realitätsabbruch bringen, wenn der Slang irgendwann durch kultivierte Worte ersetzt worden wäre? Ich denke schon.
 

Fazit: Fans von skandinavischem und vor allem dänischem Kino sollten sich diesen Film auf jeden Fall anschauen. Aber auch ein Muss für jeden Drogenfilm – Fan. Wer sich nicht vor schroffen Umgangsformen fürchtet und wem Fäkalsprache nichts ausmacht, der sollte schnell mal einen Blick hinein werfen. 
 

10 Punkte


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