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Pusher (1996)

Eine Kritik von filmhund (Bewertung des Films: 8/10)
eingetragen am 25.04.2007, seitdem 476 Mal gelesen


Ich hatte mich ziemlich lange gewehrt, diesen Film anzusehen, weil der Trailer sehr irreführend ist und eher auf eine Action-Komödie a la Tarantino hindeutet. Doch weit gefehlt! Nachdem ich Teil 3 sah, eines der härtesten Gangsterdramen überhaupt, liess ich mich also auch darauf ein und wurde nicht enttäuscht. Der Film wird von der Verzweiflung seines Protagonisten getrieben, der sich in einer Welt, in der er nie etwas gewinnen konnte, alles verliert. Jemand, der sich selbst für den Größten hält und in Wirklichkeit noch ein Kind ist. Seine eigene Situation schafft er in keiner Hinsicht zu verarbeiten. Seine Freundin ist Prostituierte und obwohl er sie offenbar liebt, gelingt es ihm nicht, mit ihr zu schlafen. Sein Umgang mit den grandios bösartig gezeichneten Gangsterbossen, wie auch mit der Polizei, sind von Selbstüberschätzung und Dummheit getragen.
Der Film benutzt eine völlig bewusst trockene Bildsprache und was im Trailer noch wie eine jener unerträglichen Handkamera-Exzesse aussieht, ist in Wirklichkeit gnadenlos ruhig. Freunde sind Verräter, Geschäftspartner sind Lügner und das Drogenbiz wird so dargestellt, wie es ist: ohne Hoffnung, ohne Ausweg.
Der Film schafft es, in keinem Moment auf cool zu machen, sondern stattdessen ein Bild des Abschaums zu zeichnen, das von einiger Kenntnis in der Szene zeugt. Zwischendurch wird der Film auch sehr drastisch, auch wenn die Gewaltdarstellung noch nicht völlig im Vordergrund steht. Es gibt einfach oft Szenen, in denen man selbst für diesen elenden Versager Frank hofft, er würde den abartigen Foltermethoden entkommen, wenigstens für einen Augenblick.
Am Ende bekommt er diesen Augenblick geschenkt, einen lächerlich kleinen Hoffnungsschimmer, den er in seiner Dummheit und Blauäugigkeit sofort wieder verschenkt.
Nur noch ein tiefes, scharzes Loch voller Schmerzen und Erkenntnis erwartet ihn.
Fazit: ein Film, der einen mit einem Zittern hinterlässt. Unterhaltung, die nicht einer gewissen voyeristischen Perversität entbehrt - Wie wird er sich wohl noch weiter hinein reiten? Emotional. Hervorragend.


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