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Johanna von Orleans (1999)
Eine Kritik von *RM (aka Alfred Bester) (Bewertung des Films: 5/10) eingetragen am 02.01.2003, seitdem 1028 Mal gelesen
Der französische Star - Regisseur Luc Besson ( "Leon - Der Profi", "Nikita", "Im Rausch der Tiefe", "Das 5. Element" ) wagt sich mit der Behandlung des klassischen "Jeanne-d'Arc" - Mythos der französischen Nationalhistorie an einen bereits vielfach umgesetzten und interpretierten Stoff.
Leider geht seine Version daneben, jenseits der besson'schen Hochklassefilme ist sein "Johanna von Orleans" aus dem Jahre 1999 ein äußerst ambivalentes Werk mit vielen Höhen und Tiefen und wohl einer der schwächsten und unausgefeiltesten Filme des Regisseurs.
Ungeachtet der Achtung oder Mißachtung mancher historisch dokumentierter Geschehnisse gelingt es Besson sehr wohl, sein 80-Mio.-Dollar-Spektakel als ein mit Hochklasse inszeniertes, episch anmutendes Historiendrama zu zelebrieren; dabei stützt er sich primär auf gelungen montierte Visionen und Rückblenden, perfekte Ausstattung um Kulissen und Kostüme, tolle musikalische Untermalung und nicht zuletzt ausufernde, in ihrer Darstellung sehr harte Schlachtengemälde.
Hier liegt ein erster Kritikansatz:
So überzeugend die Schlachtsequenzen auch in Szene gesetzt wurden, erinnern sie oftmals nicht von ungefähr an Mel Gibsons überlegeneres wegweindes Historienepos "Braveheart". Zwar kann Bessons Inszenierung hier nicht als bloße Kopie abgetan werden, sonderlich eigenständig und neu ist das Gezeigte nun aber eben nicht.
Kommen wir aber zum weitaus elementarsten Knackpunkt des Films, der wohl Ansatz jeder Negativbewertung des vorliegenden Streifens sein muss:
Die Figur der Jeanne d'Arc selbst und die vollkommen übertriebene Interpretation der offenbar arg fehlbesetzten Hauptdarstellerin Milla Jovovich ( "Das 5. Element", "Rückkehr zur blauen Lagune" ) sind derart befremdlich und störend-nervig angelegt, dass der Film in großem Maße darunter leidet.
Schön, wenn Besson sich nicht gänzlich zwischen Wahnsinn und göttlicher Eingebung entscheiden konnte oder wollte, aber ich kann mir nicht vorstellen, warum ganze Armeen einer hysterisch-schreienden, verwirrt-heulenden, nervtötend-umherirrenden schwachsinnigen Zicke ohne das Charisma der historischen Figur in die Schlacht folgen sollten.
Dieses Elementar-Manko als Mischung aus Cast-Malus und zweifelhafter Charakterkonzeption und -interpretation reduziert die Qualität des Films und selbst den bloßen Unterhaltungswert erheblich.
Die restlichen ( durchaus namhaften ) Darsteller wie Hoffman, Malkovich und Dunaway spielen gewohnt routiniert, bleiben aber relativ blass.
Abschließend kann also festgestellt werden, dass Luc Bessons "Johanna von Orleans" - Verfilmung einen insgesamt sehr zweischneidigen Nachgeschmack hinterläßt, er weiß zu gefallen durch gekonnte und spektakuläre Inszenierung, will aber aufgrund des störenden Elements der Hauptfigur und einiger anderer dramaturgischer Schwächen nicht im Gesamten überzeugen.
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